Das Tyrannosaurus-rex-Skelett mit dem Spitznamen „Gus“ ist am Dienstag bei einer Auktion von Sotheby's in New York für 43 Millionen Dollar versteigert worden. Der Käufer blieb anonym. Der Preis liegt deutlich über den Erwartungen von 30 bis 40 Millionen Dollar. „Gus“ ist mit 61 Prozent erhaltener Knochen eines der vollständigsten T-Rex-Exemplare weltweit.
Wissenschaftler warnen vor steigenden Preisen
Forscher zeigen sich besorgt über die Entwicklung. „Die Preise für Dinosaurier-Skelette sind in den letzten Jahren explodiert. Museen können da nicht mehr mithalten“, sagt Thomas Holtz, Paläontologe an der University of Maryland. „Wir müssen hoffen, dass die Käufer die Fossilien der Wissenschaft zugänglich machen.“ Tatsächlich sind es vor allem steinreiche Privatiers und Ölmonarchen, die die Preise treiben. Im Jahr 2020 erzielte ein T-Rex namens „Stan“ 31,8 Millionen Dollar, ebenfalls bei Sotheby's. „Gus“ übertrifft diese Summe nun deutlich.
Bedeutung für die Forschung
Tyrannosaurus rex ist eine der bekanntesten Dinosaurierarten. Jedes vollständige Skelett liefert wichtige Erkenntnisse über Anatomie, Lebensweise und Evolution. „Gus“ wurde in den USA ausgegraben und war zuvor in einer Privatsammlung. Bei der Auktion konnten Museen nicht mitbieten. „Wenn solche Fossilien in Privathände fallen, ist die Forschung oft blockiert“, kritisiert Holtz. „Wir brauchen Regeln, die den wissenschaftlichen Zugang sichern.“
Reaktionen auf die Auktion
Die Auktion löste gemischte Reaktionen aus. Einige Wissenschaftler hoffen, dass der Käufer das Skelett einem Museum leiht. Andere fordern gesetzliche Beschränkungen für den Handel mit Fossilien. „Es ist ein Rückschritt für die Paläontologie“, sagt John Smith, Kurator am American Museum of Natural History. „Wir verlieren wertvolle Forschungsmöglichkeiten.“ Sotheby's betonte, dass die Auktion transparent ablief und der Käufer sich zur wissenschaftlichen Zusammenarbeit verpflichten könne. Ob dies geschieht, bleibt abzuwarten.
Ausblick
Der Trend zu immer höheren Preisen dürfte anhalten. Schätzungen zufolge gibt es weltweit nur etwa 50 T-Rex-Skelette, die zu mehr als 50 Prozent erhalten sind. „Gus“ ist eines davon. Die nächste große Auktion eines Dinosaurierskeletts wird für 2027 erwartet. Paläontologen fordern daher ein Umdenken: „Wir müssen den Verkauf solcher Fossilien an private Sammler einschränken oder zumindest an Auflagen knüpfen“, so Holtz. „Sonst wird die Wissenschaft weiter das Nachsehen haben.“



