Waldbrand bei Paris: Polizei verhaftet zwei mutmaßliche Brandstifter
Waldbrand bei Paris: Zwei Verdächtige festgenommen

Ein Großbrand im Wald von Fontainebleau südöstlich von Paris hat bis Dienstag rund 2000 Hektar Wald vernichtet – mehr als zehn Prozent des gesamten Baumbestands. Die französische Polizei nahm zwei junge Männer im Alter von 18 und 20 Jahren fest, die im Verdacht stehen, das Feuer gelegt zu haben. Ein Augenzeuge habe die Ermittler auf die Spur der beiden gebracht, teilte das Innenministerium mit. Der Brand breitete sich aufgrund der anhaltenden Trockenheit und Hitze rasant aus.

850 Feuerwehrleute im Einsatz gegen die Flammen

Seit dem späten Sonntagnachmittag kämpfen 850 Feuerwehrleute gegen die Feuersbrunst. Fünf Löschflugzeuge und drei Hubschrauber werfen pausenlos Wasser aus der Seine ab. Bulldozer schlagen Schneisen in den Wald, um Löschfahrzeugen den Zugang zu erleichtern. Auch Privatleute unterstützen die Löscharbeiten. Die Autobahn A6, die wichtigste Nord-Süd-Verbindung Frankreichs zwischen Paris und Lyon, bleibt voraussichtlich für mehrere Tage gesperrt. Auch die TGV-Hochgeschwindigkeitszüge auf derselben Achse verspäten sich um Stunden.

Die Stadt Paris ist nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez nicht direkt bedroht. Die Brandherde liegen mehr als zehn Kilometer vom äußeren Vorortgürtel entfernt. Auch das Städtchen Fontainebleau mit seinen 15.000 Einwohnern blieb zunächst verschont. In kleineren Dörfern und einzelnen Gehöften mussten jedoch Hunderte Menschen evakuiert werden. Verletzte gab es bislang nicht.

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Klimawandel lässt Waldbrände auch im Norden Frankreichs häufiger werden

Der Brand sorgt in Frankreich für Beunruhigung, weil er zeigt, dass Waldbrände klimabedingt nicht mehr nur den Süden des Landes betreffen. Allein in diesem Sommer wurden in Nordfrankreich bereits 15 kleinere Brände registriert. Der Wald von Fontainebleau ist ein 20.000 Hektar großes Areal, das früher den französischen Monarchen als Jagdrevier diente und heute ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Kletterer ist.

Innenminister Nuñez erklärte, der Brand sei „kriminellen“ Ursprungs. Am Montagmorgen seien auf engem Raum etwa zehn Brandherde entdeckt worden. Die beiden festgenommenen Männer stammen aus der Gegend und sollen einem Zeugen beim Feuerlegen zwischen Fontainebleau und Bois-le-Roi aufgefallen sein. Der 18-Jährige hatte laut Polizeikreisen Ruß an den Händen und trug ein Feuerzeug bei sich.

Zahl der Brandstifter seit Sommerbeginn steigt auf 32

Nach ersten Erkenntnissen sind auch die zahlreichen anderen Waldbrände, die Frankreich derzeit heimsuchen, zu zwei Dritteln auf menschliches Verschulden zurückzuführen. Nuñez gab die Zahl der seit Sommerbeginn festgenommenen Brandstifter mit 32 an. Darunter befänden sich auch psychiatrische Fälle. Bei einem mutmaßlichen Täter seien im Blut Alkohol- und Drogenspuren gefunden worden.

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