Der deutsche Windkraftpionier Sowitec Group GmbH mit Sitz in Sonnenbühl (Baden-Württemberg) hat beim Amtsgericht Tübingen Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben überschuldet. Hauptgrund sind ausstehende Zahlungen von Kunden aus Mexiko und Kolumbien in Höhe von mehreren Millionen Euro.
Fehlende Zahlungen aus dem Ausland als Auslöser
Geschäftsführer Frank Hummel (64) erklärte gegenüber BILD: „Dabei geht es um mehrere Millionen Euro. Die Bezahlungen wurden inzwischen zwar angekündigt. Dennoch war es zu spät. Daher ging kein Weg an einer Insolvenz mehr vorbei.“ Das Unternehmen entwickelt Windkraft- und Solarparks weltweit, sichert Flächen, plant Anlagen und holt Genehmigungen ein. Anschließend werden die Projektgesellschaften an Investoren verkauft. Die Gruppe beschäftigt über 140 Mitarbeiter in 14 Ländern.
Druck durch Überangebot auf dem Heimatmarkt
Neben den Zahlungsausfällen setzt auch der Heimatmarkt Sowitec zu. Besonders in Süddeutschland seien die Windverhältnisse schwierig, so Hummel. „Wenige Projekte erhalten noch einen Zuschlag, da es ein Überangebot an Windprojekten gibt, die an den Auktionen teilnehmen. Bei den Versteigerungen bekommen nur noch die günstigsten Projekte den Zuschlag.“ Gemeint sind die Ausschreibungen der Bundesnetzagentur, bei denen Projektentwickler Preise für die Stromerzeugung bieten.
Zukunft des Unternehmens ungewiss
Für die kommenden drei bis sechs Monate soll der Geschäftsbetrieb der Sowitec-Gruppe zunächst weiterlaufen. Die Löhne der rund 80 betroffenen Mitarbeiter sind über das Insolvenzausfallgeld gesichert. Wie es danach weitergeht, entscheidet der Insolvenzverwalter. Hummel gibt sich kämpferisch und hofft auf eine Zukunft für das Unternehmen. Zuletzt hatte der Solar- und Windenergiepark-Bauer JUWI mit Sitz in Wörrstadt (Rheinland-Pfalz) angekündigt, deutschlandweit 280 Stellen abzubauen.



