Die Klimakrise zeigt sich immer deutlicher im Alltag: Hitzewellen mit Temperaturen über 40 Grad Celsius in Mitteleuropa sind keine Seltenheit mehr. Während einige dies noch als Zufall abtun, ist für Experten klar, dass die wiederholten Hitzerekorde der letzten Jahre ein alarmierendes Zeichen für den Klimawandel sind. Die Politik reagiert mit regelmäßigen Beteuerungen, den Klimaschutz ernst zu nehmen, doch oft geraten diese Versprechen nach dem Sommer in Vergessenheit. Manche Politiker haben sich sogar von Leugnern zu Fatalisten gewandelt und behaupten, die Erderhitzung sei nicht mehr zu stoppen. Dabei nähern wir uns rasant dem Szenario einer „unbewohnbaren Erde“, wie es David Wallace-Wells bereits 2019 beschrieb.
Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche in Deutschland?
Die Debatte um ein Social-Media-Verbot für Minderjährige gewinnt an Fahrt. Ähnlich wie beim Kampf gegen das Rauchen, der Jahrzehnte dauerte, zeichnet sich ab, dass soziale Medien negative Auswirkungen auf junge Menschen haben. Australien hat bereits im Dezember 2024 ein Verbot für Unter-16-Jährige erlassen, Frankreich und Österreich haben ähnliche Gesetze auf den Weg gebracht. In Deutschland will Familienministerin Karin Prien heute Vorschläge einer Expertenkommission vorstellen. Mein Kollege Max Hoppenstedt Heinrichs rechnet jedoch nicht mit einem umfassenden Bann. „Die Politik sollte strengere Regeln durchsetzen, mit denen die Techkonzerne endlich gezwungen werden, ihre Plattformen wirklich sicher zu machen“, sagt er. Ein Bann könne ein erster Schritt sein, aber allein reiche er nicht, um Gefahren wie Suchtpotenzial oder Cybercrime zu bekämpfen. „Sich allein auf ein Verbot zu konzentrieren, könnte zu einem Bumerang werden, der die Techkonzerne aus der Verantwortung entlässt und wirkliche Veränderungen verhindert.“
Bundesregierung steigt bei Panzerbauer KNDS ein
Trotz Korruptionsvorwürfen gegen den deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS plant die Bundesregierung den Einstieg bei dem Unternehmen. Ein Untersuchungsbericht der Anwaltskanzlei Freshfields und der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young hatte „erhebliche Warnhinweise, Kontrolldefizite und systemische Compliance-Schwächen“ identifiziert, insbesondere bei Panzerverkäufen an Katar. Dennoch soll der Haushaltsausschuss des Bundestags heute dem Deal zustimmen, wonach Deutschland und Frankreich nach dem geplanten Börsengang jeweils 40 Prozent an KNDS halten werden. Regierungssprecher Stefan Kornelius betont: „Eine Beteiligung Deutschlands an KNDS wird den langfristigen Einfluss auf ein für die europäische Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit strategisch bedeutendes Unternehmen sichern.“ Kritiker warnen davor, dass die Regierung trotz der vielen Krisen die Standards für Geschäftspraktiken nicht aufweichen dürfe.
Weitere Nachrichten des Tages
Der Bahnverkehr in Deutschland rollt nach einem bundesweiten Ausfall von rund anderthalb Stunden wieder an. Die Ursache der Störung wurde gefunden, dennoch wird mit Verspätungen und Ausfällen gerechnet. In Halle an der Saale fordert die Stadt ein Strandbad auf, eine umstrittene Einlassregel zurückzunehmen, die nur Personen mit guten Deutschkenntnissen Zutritt gewährt. Im mexikanischen Dschungel wurde eine unberührte Maya-Stätte mit palastartigen Gebäuden und Wasserkanälen entdeckt.
Gewinner des Tages: Jérémy Doku
Der belgische Fußballnationalspieler Jérémy Doku, der die WM vorübergehend verließ, um bei der Geburt seines Sohnes Praise dabei zu sein, ist nach Amerika zurückgekehrt. Trotz Anfeindungen in Belgien ließ er sich nicht beirren. Sein Team spielt am Samstag gegen Neuseeland. Frankreich muss derweil ohne Trainer Didier Deschamps auskommen, der wegen eines Todesfalls in die Heimat reiste. Brasiliens Star Neymar steht vor seinem ersten WM-Einsatz.



