Pferde können tatsächlich schwimmen – das ist ein angeborener Instinkt. Sobald die Hufe keinen Boden mehr finden, beginnen sie automatisch mit paddelnden Bewegungen. Dank ihrer kräftigen Brustmuskulatur und starken Beine bleiben sie über Wasser. Die Fortbewegung ähnelt einem Traben, wobei das Kinn unter Wasser bleibt, während Maul, Nüstern und Ohren über die Wasseroberfläche ragen.
Schwimmen ist für Pferde extrem anstrengend
Obwohl es mühelos aussieht, belastet das Schwimmen den Kreislauf und das Herz-Kreislauf-System erheblich, wie PETBOOK (ebenfalls Teil von Axel Springer) berichtet. Die gesamte Muskulatur arbeitet auf Hochtouren. In der Tiermedizin wird Wasser daher gezielt als Therapie eingesetzt: Sie unterstützt den Muskelaufbau bei geschwächten Pferden, schont Gelenke und Sehnen und kann Schwellungen oder Entzündungen lindern.
Allerdings birgt das Schwimmen auch Risiken. Gelangt Wasser in die Ohren, kann dies den Gleichgewichtssinn stören. Dringt Wasser in die Atemwege ein, besteht sogar Erstickungsgefahr. Deshalb sollten Pferde niemals unkontrolliert in tiefes Wasser gelangen.
Langsame Gewöhnung ans Wasser ist entscheidend
Auch wenn Pferde instinktiv schwimmen, reagieren viele anfangs unsicher. Halter sollten sie daher schrittweise an Wasser heranführen – zunächst mit einer Bürste und einem Eimer Wasser oder später mit einem Wasserschlauch. Beim ersten Kontakt mit einem Bach oder See ist ein flacher Einstieg ideal. Ein erfahrenes Pferd kann unsicheren Tieren als Orientierung dienen.
Wichtig ist ein sicherer Untergrund: Seen mit schlammigem Boden oder Hindernissen sollten gemieden werden. Zudem muss vorab geprüft werden, ob Pferde im jeweiligen Gewässer überhaupt erlaubt sind.
Vorsicht beim Reiten im Wasser
Mit einem Pferd zu schwimmen, kann ein besonderes Erlebnis sein. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) rät jedoch davon ab, auf dem Pferderücken sitzend durchs Wasser zu schwimmen. Ohne Helm und festes Schuhwerk steigt das Verletzungsrisiko, und das Pferd muss durch das zusätzliche Gewicht deutlich mehr leisten.
Wer seinem Pferd im Sommer eine Abkühlung gönnen möchte, ist mit einem ruhigen Gang durch einen flachen See oder Bach meist besser beraten. Dabei sollte stets der Gesundheitszustand des Tieres im Blick bleiben.



