Streit um RAW-Gelände: Künstler ergreift Partei für Investor
Der Konflikt um das RAW-Gelände in Berlin-Friedrichshain spitzt sich zu. Während viele Kulturschaffende dem Investor Lauritz Kurth die Schuld an der prekären Lage geben, meldet sich nun ein Künstler zu Wort, der den Eigentümer verteidigt und stattdessen den Bezirk kritisiert.
Hintergrund des Streits
Bereits seit über zehn Jahren verhandeln Bezirk und Senat mit dem Eigentümer über die Zukunft des Kulturareals. Zahlreiche Einrichtungen wie Clubs, Galerien, eine Skatehalle und Bars fürchten um ihr Bestehen. Besonders brisant: Dem beliebten Club „Cassiopeia“ droht zum Monatsende die Räumung. Als Reaktion wurde für Freitag eine Kundgebung unter dem Motto „RAW für Alle. Clubkultur erhalten, Freiräume schützen“ angekündigt.
Künstlerpositionierung
Der Künstler, der sich selbst als „guten Vermieter“ bezeichnet, betont: „Ein guter Vermieter mischt sich nicht in kulturelle Inhalte ein.“ Er wirft dem Bezirk vor, die Situation durch jahrelange Untätigkeit verschärft zu haben. Statt den Investor zu verteufeln, solle man die Verantwortung des Bezirks hinterfragen.
Die Debatte zeigt die tiefen Gräben zwischen den Beteiligten. Während die einen den Investor als Bedrohung der Clubkultur sehen, plädieren andere für eine differenzierte Betrachtung. Der Künstler hofft auf eine Lösung, die sowohl den Erhalt der kulturellen Vielfalt als auch die wirtschaftlichen Interessen des Eigentümers berücksichtigt.



