Lichtflecke durchziehen den morbiden Raum, linear und rhythmisch reflektieren die Streifen die Spuren der Zeit, Erinnerungen – den Rest der Geschichte. „Rasende Stille“ hat Susanne Ahner ihre künstlerische Intervention in Anlehnung an Paul Virilios Begriff vom „Rasenden Stillstand“ genannt. Dieser Titel dient der 34. Sommerausstellung von Endmoräne e.V. als Leitmotiv, die Künstlerinnen aus Brandenburg und Berlin vereint.
Verfallender Bahnhof als Ausstellungsort
Der Bahnhof Hangelsberg, dessen historische Gebäude die Deutsche Bahn seit 2003 dem Verfall preisgibt, bildet den diesjährigen Schauplatz. Ein engagierter Verein sucht derzeit einen Investor für das denkmalgeschützte Ensemble. Die Künstlerinnen nutzen die ortspezifische Situation, um in Installationen mit Zügen, Staub und Stillstand zu arbeiten.
Künstlerische Auseinandersetzung mit dem Ort
Die Ausstellung „Rasende Stille“ läuft bis zum 31. August 2025. Die Werke reagieren direkt auf die Architektur und die Geschichte des Bahnhofs. So thematisiert Ahner mit Lichtprojektionen die vergangene Mobilität und den heutigen Leerstand. Weitere Künstlerinnen wie Anna Franziska Schwarzbach und Julia Ziegler setzen sich mit dem Thema Reisen und Warten auseinander. „Der Bahnhof ist ein Ort des Übergangs, der jetzt selbst im Stillstand verharrt“, erläutert Kuratorin Michaela Nolte.
Kunstprojekt mit gesellschaftlicher Relevanz
Die Schau ist Teil der Reihe „Das können wir auch!“, die Künstlerinnen aus der Region fördert. Endmoräne e.V. versteht die Ausstellung auch als Statement gegen die Vernachlässigung kultureller Infrastruktur. „Wir wollen zeigen, dass Kunst auch an ungewöhnlichen Orten entstehen kann und dass Verfall nicht das Ende sein muss“, so die Veranstalter.



