Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss treffen die Falschen – Kommentar
Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss treffen die Falschen

Die geplanten Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss treffen die Falschen. Statt Leistungen zu streichen, müsse der Staat Unterhalt konsequenter eintreiben, argumentiert ein Kommentar der Funke Mediengruppe. Familienministerin Karin Prien (CDU) will den Unterhaltsvorschuss künftig nur noch bis zum 16. statt bis zum 18. Lebensjahr zahlen. Dies würde Kinder und Alleinerziehende für das Versagen anderer bestrafen, so die Autorin Nele Sittig.

Ein Sicherheitsnetz, keine großzügige Sozialleistung

Der Unterhaltsvorschuss sei kein Geschenk, sondern ein Sicherheitsnetz, das verhindern solle, dass Kinder die Folgen ausbleibender Unterhaltszahlungen tragen müssen. Eine Kürzung löse das eigentliche Problem nicht, sondern verlagere es auf ohnehin armutsgefährdete Familien. Jugendliche mit 16 oder 17 Jahren kosteten nicht weniger als zuvor – im Gegenteil, so Sittig.

Das eigentliche Problem: mangelnde Rückforderungen

Etwa die Hälfte aller Alleinerziehenden erhalte keinen oder keinen ausreichenden Unterhalt von ihren Ex-Partnern, meist Vätern. Der Staat schaffe es nicht, sich mehr als einen Bruchteil des vorgestreckten Geldes zurückzuholen. Das sei kein Argument gegen den Unterhaltsvorschuss, sondern gegen ein System, das zahlungsunwillige Schuldner davonkommen lasse.

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Andere Länder machen es vor

Andere Länder zeigten, dass es mit konsequenteren Rückforderungen und wirksamen Sanktionen besser gehe. Wer den Sozialstaat entlasten wolle, müsse dort ansetzen – nicht bei Kindern und Alleinerziehenden, sondern bei denen, die sich ihrer Verantwortung entzögen.

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