Lesermeinungen: Hertha-Kapitän geht nach Wolfsburg – „Bleibt Reese der Unvollendete?“
Berlin. Leserbriefe an die Berliner Morgenpost: Eine Auswahl zu Reeses Abgang, Milieuschutzgebieten und einer BVG-Aktion zur WM. 17.06.2026, 06:00 Uhr
Zum Artikel „Transfer von Hertha-Kapitän Fabian Reese nach Wolfsburg vor Abschluss“ vom 14. Juni
„Sportlicher Selbstmord“ oder verständlicher Schritt?
Der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass die Abgänge der Leistungsträger Reese und Ernst zu einem direkten Konkurrenten „sportlicher Selbstmord“ sind. Spätestens wenn die beiden Spieler mitverantwortlich für den Abstieg ihres ehemaligen Vereins in die dritte Liga sind, müssen endlich auf der Führungsebene „Köpfe rollen“. Aber es wird wie immer sein: Die Inkompetenz zum Schaden des Vereins siegt. – Christian Holm, per E-Mail
Leider zeigt auch Fabian Reese, was Treuegelübde und Trikotküssen in der heutigen Zeit wert sind. Könnte der Fan den erträumten Wunsch, in der Bundesliga zu spielen, verstehen und verzeihen, so hat er für einen Wechsel zum Zweitligakonkurrenten Wolfsburg kein Verständnis. Keine Bundesliga, kein Traditionsverein, aber mehr Geld und nur eine Bahnstunde von Berlin entfernt. Sorry, aber somit wechselt nur ein weiterer, meines Erachtens auch überbewerteter Söldner den Verein. Tschüss, Fabi, alles Gute, aber Erfolg wünsche ich uns selber. Vielleicht packen wir es nächstes Jahr, denn in den drei Jahren mit dir schnupperten wir leider auch nicht ansatzweise am Aufstieg. Berlin und Hertha sowie seine Fans tragen die Fahne weiterhin, allerdings ehrlich im Herzen. – Detlef Ritter, per E-Mail
Grundsätzlich habe ich Verständnis dafür, dass Fabian Reese sich verändern will. Er hat drei Jahre mit Hertha in der zweiten Liga rumgegurkt. Er hat bereits im ersten Jahr mitverfolgen müssen, dass sein Ursprungsverein Kiel in die Bundesliga aufgestiegen ist. Bundesliga ist sein Traum! Warum er nun aber zum VfL Wolfsburg wechselt, ist aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar. Das einzige Argument ist, dass Wolfsburg am meisten Geld geboten hat. Das ist auch für Hertha positiv. Aber ob Wolfsburg mit dieser Mannschaft im nächsten Jahr aufsteigt, ist auch nicht sicher. Bleibt Reese der Unvollendete? – Andreas Müller-Reichenwallner, per E-Mail
Milieuschutz: Gut gemeint, aber ineffektiv?
Zum Artikel „Wieso in Spandau jetzt schon Plakate auftauchen – und das sogar erlaubt ist“ vom 15. Juni
Herr Raed Saleh, die SPD Spandau wirbt im Wahlkampf mit der Verdreifachung der Ausweitung der Milieuschutzgebiete: Das ist bestenfalls gut gemeint, aber wohnungswirtschaftlich ineffektiv. Denn vermietet wird meist auch im Milieuschutzgebiet an die kaufkräftigsten Mieter: Übergentrifizierung ist die mittelfristige Folge, dem Milieuschutz wird nicht nachhaltig gedient. Als Vermieter im Milieuschutzgebiet empfehle ich: die Miethöhe nach dem ohnehin vorhandenen Mietspiegel als Grundlage zu nehmen. Nämlich durch Vermietung zur Kaltmiete nach Mietspiegel, zu ergänzen durch: verpflichtende Rücklagenbildung, Verbot von Modernisierungsumlagen, Verbot von Eigenbedarfskündigung bei Umwandlung, grundbuchliche Absicherung dieser Regel bei WEG-Aufteilung. So könnte der Giftzahn der Verdrängung von Mietern durch Aufteilung und Modernisierung wirksam gezogen werden. Vier von zehn Wohnungen sollten außerdem noch an Wohnberechtigungsschein-(WBS)-Inhaber vermietet werden, bei Sicherstellung der Gesamtmiete über die anderen sechs Wohnungen. Unsere Parlamentarier sollten also nicht das Elend durch Bürokratie verwalten, sondern tragfähige Lösungen auf Dauer sicherstellen. – Ludwig Will, per E-Mail
BVG zur WM: Spaß ja, aber Kernaufgabe nicht vergessen
Zum Artikel „Tooooooor: So bejubelt die BVG Tore bei der Fußball-WM 2026“ vom 14. Juni
Ich freue mich, wenn ich merke, dass unsere BVG für jeden Spaß zu haben ist. Sie konnten in der Vergangenheit sehr gut Veranstaltungen, wie zum Beispiel Musicals, organisieren, aber die eigentliche Kernaufgabe wurde vernachlässigt. Ich erinnere: Leute von Punkt A nach Punkt B zu bringen, und das in einer relativ angemessenen Zeit. Und Baustellen zügig zu Ende zu bringen, ohne irgendwelche fadenscheinigen Entschuldigungen zu fabrizieren für ständige Verzögerungen. – Jean Dörnbrack, per E-Mail
KI im Journalismus: Chance oder Gefahr?
Zum Artikel „KI und Journalismus: Die Maschine frisst die Demokratie“ vom 14. Juni
Kaum ein Politiker schreibt seine Reden selbst. Minister, Ministerpräsidenten und Bundeskanzler werden von den Verwaltungen versorgt. Dort gibt es Redenschreiber. Wo ist der Unterschied zwischen einem Redenschreiber und der KI als Redenschreiber? In beiden Fällen gibt der Redner die Rede als seine eigene aus, obwohl sie es nicht ist. Und bei Artikeln ist es nicht anders. Entscheidend ist nicht, wer den Entwurf erstellt, sondern ob der Redner oder Autor den Text durchliest und ihn erst dann veröffentlicht. Deshalb sehe ich nicht, weshalb man dem Ministerpräsidenten Voigt oder Herrn Casdorff einen Vorwurf machen könnte. Das wäre nur der Fall, wenn es inhaltliche Mängel gegeben hätte. Davon habe ich bisher nichts gelesen. Abschließend: Es ist vergebliche Liebesmüh, die Anwendung von KI auszuschließen oder zu begrenzen. Wir sollten unsere Kraft vielmehr darauf verwenden, KI zu nutzen und so die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Wenn wir es nicht tun, dann machen es andere, und wir haben, wieder einmal, das Nachsehen. – Horst Ahlers, per E-Mail
Hier lesen Sie mehr Leserbriefe an die Berliner Morgenpost
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