Manifesta 2025: Neue Nutzung für Kirchen im Ruhrgebiet gesucht
Manifesta sucht Lösungen für Kirchen im Ruhrgebiet

Die Wanderbiennale Manifesta kommt ins Ruhrgebiet und beschäftigt sich mit der Zukunft von Kirchengebäuden, die ihre ursprüngliche Funktion verloren haben. Viele dieser Gotteshäuser sind bereits entweiht, die Glocken läuten nicht mehr, und in manchen Fällen wurden sogar Kupferdächer gestohlen, wie in St. Marien im Essener Norden. In Gelsenkirchen hat ein Bäcker die Kirche St. Bonifatius erworben.

Kirchen im Wandel: Von der Sakralnutzung zur profanen Nutzung

Die Manifesta, eine europäische Wanderbiennale für zeitgenössische Kunst, stellt Fragen, denen die Politik bisher aus dem Weg gegangen ist. Sie sucht nach innovativen Lösungen für die zahlreichen Kirchen im Ruhrgebiet, die nicht mehr für Gottesdienste genutzt werden. Nach Angaben der Veranstalter gibt es allein in der Region mehrere hundert Kirchengebäude, von denen ein erheblicher Teil vor der Schließung steht oder bereits geschlossen wurde.

„Die Kirchen sind identitätsstiftende Orte, aber ihre Zahl ist für die schrumpfenden Gemeinden nicht mehr tragbar“, sagt ein Sprecher der Manifesta. „Wir wollen zeigen, wie man diese Räume kulturell, sozial oder kommerziell neu beleben kann.“

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Beispiele aus der Praxis: Vom Supermarkt bis zum Kulturzentrum

Bereits jetzt gibt es verschiedene Nutzungskonzepte. In einigen Kirchen wurden Supermärkte eingerichtet, andere dienen als Kletterhallen, Bibliotheken oder Konzertsäle. Die Manifesta will diese Ansätze bündeln und weiterentwickeln. „Es geht nicht nur um Umnutzung, sondern um eine nachhaltige Transformation, die den Charakter der Gebäude bewahrt“, betont der Sprecher.

Die Biennale, die 2025 im Ruhrgebiet stattfindet, wird an mehreren Standorten in ehemaligen Kirchen präsentiert. Sie zeigt Kunstinstallationen, Performances und Diskussionsforen, die die Zukunft dieser Gebäude thematisieren. Laut Manifesta-Team sollen die Projekte als Blaupause für andere Regionen dienen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.

Politik und Kirche in der Pflicht

Die Politik hat sich bisher zurückgehalten, was die Nutzung von Kirchen betrifft. „Viele Kommunen warten ab, weil sie keine Konzepte haben oder die Finanzierung scheuen“, kritisiert ein Stadtplaner aus Essen. Die Manifesta will Druck aufbauen und konkrete Vorschläge erarbeiten. „Wir brauchen eine enge Zusammenarbeit zwischen Kirchen, Kommunen und Investoren“, so der Sprecher.

Die katholische und evangelische Kirche stehen vor der Herausforderung, ihre Immobilienbestände zu reduzieren. Allein im Bistum Essen wurden in den letzten Jahren Dutzende Kirchen geschlossen. „Wir sind offen für neue Nutzungen, aber die Gebäude müssen respektvoll behandelt werden“, sagt ein Sprecher des Bistums.

Kulturelle Bedeutung und architektonischer Wert

Viele der Kirchen im Ruhrgebiet sind architektonisch bedeutend und prägen das Stadtbild. Die Manifesta möchte ihr kulturelles Erbe bewahren, indem sie ihnen eine neue Bestimmung gibt. „Eine Kirche, die verfällt, ist ein Verlust für die Gemeinschaft“, so die Künstlerische Leitung. Die Biennale setzt auf temporäre und dauerhafte Kunstprojekte, die die Gebäude wieder mit Leben füllen.

Die Manifesta 2025 im Ruhrgebiet verspricht, ein wichtiger Impuls für die Region zu werden. Sie zeigt, dass der Wandel von Kirchen nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch eine Chance sein kann.

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