Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh hat in einer bundesweiten Befragung die Wohn- und Mobilitätssituation von Studierenden untersucht. In den vergangenen drei Wintersemestern wurden mehr als 87.000 Studierende befragt, darunter auch viele aus Hessen. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Städten.
WG-Anteil in Marburg besonders hoch
In Marburg leben 43,7 Prozent der Studierenden in einer Wohngemeinschaft außerhalb eines Studentenwohnheims. Damit gehört die mittelhessische Universitätsstadt zu den Spitzenreitern bundesweit. Nur in Weimar (Thüringen) und Pfarrkirchen (Bayern) ist der WG-Anteil noch höher. In Landau in der Pfalz liegt der Wert ebenfalls bei 43,7 Prozent.
In ganz Hessen teilt sich rund ein Viertel (25,3 Prozent) der Studierenden eine Wohnung mit anderen in einer WG. 30,8 Prozent wohnen bei den Eltern – das sogenannte „Hotel Mama“. 26,2 Prozent leben in einer privaten Mietwohnung, 13,6 Prozent in einem Studentenwohnheim.
Mobilität: Öffentliche Verkehrsmittel dominieren
Die Mehrheit der hessischen Studierenden (57,2 Prozent) wohnt während des Semesters direkt am Hochschulort. Nur 7,7 Prozent haben einen Anfahrtsweg von mehr als 50 Kilometern. Für den Weg zur Hochschule nutzen 61,4 Prozent öffentliche Verkehrsmittel. 35 Prozent gehen regelmäßig zu Fuß, 31 Prozent fahren mit dem Auto oder Motorrad und 23 Prozent nutzen das Fahrrad.
Die Studie zeigt, dass die Wohn- und Mobilitätsentscheidungen stark von der jeweiligen Stadt abhängen. In Marburg ist die WG-Kultur besonders ausgeprägt, während in anderen hessischen Städten das Wohnen bei den Eltern oder in eigenen Wohnungen dominiert.
Regionale Unterschiede in ganz Deutschland
Die CHE-Befragung bietet auch Einblicke in andere Bundesländer. So wohnen in Baden-Württemberg fast jeder dritte Studierende bei den Eltern, in Sachsen bevorzugen Studierende die eigene Wohnung, und im Saarland ist das „Hotel Mama“ besonders beliebt. In Berlin und Brandenburg lebt jeder vierte Studierende noch bei den Eltern, während in Thüringen und Bayern die WG-Anteile in einigen Städten sehr hoch sind.



