Stalinorgel: Wie die Katjuscha die Wehrmacht mit Raketensalven überrollte
Stalinorgel: Katjuscha-Raketenwerfer überrollte Wehrmacht

Die sowjetische „Katjuscha“, von den Deutschen als „Stalinorgel“ bezeichnet, war im Zweiten Weltkrieg eine der gefürchtetsten Waffen an der Ostfront. Innerhalb weniger Sekunden konnten ihre Salven ganze Frontabschnitte unter Feuer nehmen. Der Mehrfachraketenwerfer BM-13 kombinierte mehrere Abschussrampen auf einem Lkw und verschoss einfache Raketen mit Splittergefechtsköpfen.

Entwicklung und erster Einsatz der Katjuscha

Bereits vor dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion entwickelt, waren zur Zeit des Angriffs nur wenige Exemplare vorhanden. Die sowjetische Führung ordnete am Vorabend des Angriffs die Serienproduktion an. Auf dem BM-13-Lkw wurden 16 Abschussrampen installiert, die Raketen mit Feststofftreibsatz und Splittergefechtskopf verschossen. Im Vergleich zu herkömmlicher Artillerie hatten die Raketen eine geringere Zielgenauigkeit und waren gegen Betonbunker kaum wirksam, aber ihre Stärke lag in der Salve: Sieben Werfer konnten 112 Raketen innerhalb weniger Sekunden abfeuern.

Der erste Einsatz erfolgte am 14. Juli 1941 bei der belarussischen Stadt Orscha. Hauptmann Iwan Fljorow erhielt sieben Werfer und 600 Raketen des Kalibers 132 Millimeter. Seine Gruppe traf auf deutsche Truppen und Nachschub-Lkws und deckte diese mit einer Salve ein. Danach zog sie sich zurück. Bei späteren Kämpfen wurde die Gruppe abgeschnitten; Fljorow sprengte seine Werfer und kam bei der Flucht ums Leben.

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Psychologische Wirkung und Produktion

Die „Katjuscha“ war nicht nur eine Feuerwaffe, sondern auch ein psychologisches Instrument. Das Heulen der anfliegenden Raketen war schon vor dem Einschlag zu hören, und die Abschussschienen erinnerten an Orgelpfeifen, weshalb die Deutschen den Werfer „Stalinorgel“ nannten. Die Reichweite betrug 8,5 Kilometer, jede Rakete trug etwa fünf Kilogramm Sprengstoff. Der Zerstörungsradius der Splitter lag bei mehreren Metern.

Ab Ende 1942 wurden die Werfer häufig auf Studebaker-Lkw montiert, die als Waffenhilfe aus den USA kamen. Die Sowjets fassten ihre „Katjuschas“ zu großen Regimentern zusammen, was ihre Effektivität erhöhte. Die Wehrmacht verfügte mit dem 15-cm-Nebelwerfer 41 über eine vergleichbare Waffe, die bereits 1940 ausgeliefert wurde, aber nie den gleichen Nimbus erreichte, da sie nur in kleineren Verbänden eingesetzt wurde.

Insgesamt war die „Stalinorgel“ ein Symbol für die sowjetische Kriegsführung: einfach, robust und in Massen produzierbar. Sie trug maßgeblich dazu bei, den Vormarsch der Wehrmacht zu stoppen und die Initiative an der Ostfront zu gewinnen.

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