Ausstellung „Parenting Climate“: Familien in der Klimakrise
„Parenting Climate“: Familien in der Klimakrise

Die Berliner Ausstellung „Parenting Climate“ stellt eine hochpolitische Frage: Welche Rolle spielen Familien in einer Welt, die von Klimakrise und Kriegen geprägt ist? In Neukölln widmen sich die Kuratorinnen Alisa Tretau und Renata Müller-Tiburtius diesem Thema an zwei Orten: dem „Silent Rixdorf“ und der „Scheune 61“.

Kinder in der Krise: Eine persönliche Perspektive

„Ich muss gestehen, dass ich mich schon manchmal frage, ob es richtig war, Kinder in diese Welt zu setzen“, sagt Alisa Tretau im Gespräch. Sie sitzt im „Silent Rixdorf“, einem idyllischen Garten nahe der Karl-Marx-Straße. „Das ist natürlich nichts gegen meine Kinder. Aber es entstehen zunehmend kinderfeindliche Strukturen.“ Die Debatte um Kürzungen beim Elterngeld zeige dies deutlich. Was einst für Gleichstellung und Entlastung der Eltern stand, biete heute Potenzial zum Sparen. Die Leidtragenden seien Familien.

Verantwortung in der Klimakrise

Doch es geht auch grundlegender. In der Bibel heißt es: „Füllt die Erde und macht sie euch untertan.“ Laut Tretau gehe mit dieser Vorstellung von Herrschaft eine große Verantwortung einher. Es geht um die Frage, wer in der Klimakrise dieser Verantwortung nachkommt. Wer kümmert sich um das Land in Katastrophengebieten, um alleingelassene Kinder oder einfach um die Natur? „In den meisten Fällen sind das unbezahlte Frauen“, so Tretau. „Das ist auch der Grund, warum wir uns für diesen Ort hier entschieden haben.“

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Ästhetik der Vergänglichkeit

Die Ausstellung ist noch im Aufbau. Wie die Kuratorinnen die Vorstellung von Klima und Elternschaft ästhetisch umsetzen, beschreibt Tretau am Beispiel einer Arbeit von Sophia Muriel: „Sie hat alte Kleidungsstücke ihrer Kinder in Röhren eingefasst, die dann wie abgeschlagene Baumstümpfe aussehen. Die Kleidung bildet dann die Ringe, an denen man bei Bäumen das Alter erkennen kann.“ Die Installation wirft die Frage auf, wie der Mensch gemeinsam mit seiner Natur altert und was von ihm übrigbleibt, sollte der Klimawandel bald Axt anlegen.

Ein Ort der Idylle und Reflexion

Ein Blick über das „Silent Rixdorf“ schweift über Hühner, die friedlich Futter picken, Blumen, Pflanzen, Beete und eine urig eingerissene Bühne. Eine solche einsiedlerische Idylle ist wohl das Letzte, was man so nah an der Karl-Marx-Straße erwarten würde. Neben dem Garten steht die „Scheune 61“, in der der zweite Teil der Ausstellung liegt. Hier finden sich Objekte, die für Regen besonders anfällig sind. Die Ausstellung „Parenting Climate“ will all diesen Fragen auf den Grund gehen. Ob der Versuch erfolgreich ist, wird man erst in der fertigen Ausstellung erfahren. Einen Besuch ist das „Silent Rixdorf“ allein schon aufgrund seiner naturbelassenen Atmosphäre wert.

Besucherinformationen

Die Ausstellung „Parenting Climate“ ist vom 6. bis 28. Juni im Silent Rixdorf, Wanzlikpfad 3, Neukölln, donnerstags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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