Berlin – Die Zahl politisch motivierter Straftaten in Deutschland hat einen neuen Höchststand erreicht. Wie aus der am Dienstag von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) vorgestellten Statistik „Bundesweite Fallzahlen 2025 – Politisch motivierte Kriminalität“ hervorgeht, wurden im vergangenen Jahr insgesamt 85.837 solcher Delikte registriert. Das sind 1,98 Prozent mehr als im Jahr 2024, als 84.172 Fälle erfasst wurden. Damit wurde der bisherige Rekordwert aus dem Vorjahr noch einmal übertroffen.
Anstieg der linksmotivierten Straftaten
Besonders deutlich fiel der Zuwachs im Bereich der linksmotivierten Kriminalität aus. Hier wurden 13.490 Fälle verzeichnet, was einem Anstieg von 35,3 Prozent entspricht. Im Vergleich dazu blieben die rechtsextrem motivierten Delikte mit 42.544 Fällen nahezu unverändert (minus 0,6 Prozent). Damit ist der rechtsextreme Bereich weiterhin der mit Abstand größte Phänomenbereich. Auch die Zahl der Straftaten mit religiösem Hintergrund stieg um 5,7 Prozent auf 1.983 Fälle, während die ausländischen Ideologien zuzuordnenden Delikte um 6,2 Prozent auf 5.320 Fälle zurückgingen.
Gewalttaten leicht gestiegen
Die Zahl politisch motivierter Gewalttaten erhöhte sich leicht um 1,2 Prozent auf 4.156 Fälle. Dabei nahmen linksmotivierte Gewalttaten um 42,7 Prozent zu, während rechtsmotivierte Gewalttaten um 7,4 Prozent anstiegen. Deutlich rückläufig waren hingegen Gewalttaten mit ausländischer Ideologie, die um 27,8 Prozent sanken.
Wahljahr als Treiber
Ein wesentlicher Faktor für den Anstieg der Gesamtzahlen war das Wahljahr 2025. Straftaten im Kontext von Wahlen stiegen um 17 Prozent auf 13.212 Fälle. Besonders stark war der Anstieg bei Gewaltdelikten, die sich nahezu verdoppelten (plus 104 Prozent). Das häufigste Angriffsziel waren Wahlplakate, mit 11.652 Delikten. Die am stärksten betroffenen Parteien waren die AfD mit 4.050 Delikten, die Grünen mit 3.367, die CDU mit 2.481 und die SPD mit 2.242.
Islamistische Terrorgefahr
Im Bereich der religiös motivierten Kriminalität wurden 1.983 Fälle registriert, darunter acht versuchte und zwei vollendete Tötungsdelikte. Die Behörden sehen weiterhin eine hohe Gefährdungslage durch den islamistischen Terrorismus. Die Anschläge des vergangenen Jahres hätten dies deutlich gemacht, so der Bericht.



