Steigende Zahlen: Berliner Polizei geht gegen Internet-Sadisten vor
Polizei Berlin geht gegen Internet-Sadisten vor

Die Berliner Polizei verzeichnet einen alarmierenden Anstieg von Fällen, in denen sogenannte Toxic Influencer Kinder und Jugendliche im Internet erpressen und misshandeln. Laut Polizeiangaben haben sich die gemeldeten Vorfälle im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt. Betroffen sind vor allem Minderjährige zwischen 10 und 16 Jahren, die über soziale Medien kontaktiert werden.

Neue Taskforce gegen Toxic Influencer

Als Reaktion auf die steigenden Zahlen hat die Berliner Polizei eine spezielle Taskforce eingerichtet. „Wir müssen handeln, bevor noch mehr Kinder zu Opfern werden“, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik. Die Einheit besteht aus 20 speziell geschulten Beamten, die mit den Tätern und den Plattformen zusammenarbeiten, um die Täter zu identifizieren und zu stoppen. Die Taskforce arbeitet eng mit dem Landeskriminalamt und dem Bundeskriminalamt zusammen.

Methode der Täter: Erpressung und Misshandlung

Die Täter, die als Toxic Influencer bekannt sind, gehen systematisch vor. Sie nehmen über soziale Netzwerke wie Instagram, TikTok oder Snapchat Kontakt zu Kindern auf, bauen Vertrauen auf und fordern dann intime Bilder oder Videos. Anschließend erpressen sie die Opfer mit der Veröffentlichung dieser Aufnahmen. In einigen Fällen kommt es zu sexueller Misshandlung, die live im Internet übertragen wird. „Die Hemmschwelle sinkt, und die Täter werden immer dreister“, erklärte ein Ermittler, der anonym bleiben möchte.

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Präventionsmaßnahmen und Aufklärung

Die Polizei setzt neben der Verfolgung der Täter auch auf Prävention. „Wir müssen die Kinder und ihre Eltern sensibilisieren“, sagte Slowik. Die Taskforce hat eine Hotline eingerichtet und bietet in Schulen Aufklärungsvorträge an. Zudem wurden die Eltern aufgefordert, die Internetnutzung ihrer Kinder zu überwachen und bei Verdacht sofort die Polizei zu informieren. „Je früher wir eingreifen, desto besser können wir die Kinder schützen“, so die Polizeipräsidentin.

Zusammenarbeit mit Plattformen

Die Polizei steht im Austausch mit den Betreibern der sozialen Netzwerke. „Die Plattformen müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und schneller auf Hinweise reagieren“, forderte Slowik. Bisher sei die Löschung von Inhalten oft zu langsam. Die Taskforce hat bereits mehrere Profile sperren lassen und arbeitet daran, die Täter zu identifizieren. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Täter zur Rechenschaft ziehen können“, sagte der Ermittler.

Appell an die Öffentlichkeit

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Wer verdächtige Profile oder Inhalte beobachtet, soll sich umgehend an die Hotline wenden. „Nur gemeinsam können wir diese Bedrohung eindämmen“, betonte Slowik. Die Polizei hat die Hotline unter der Nummer 030/4664-0 geschaltet und verspricht schnelle Reaktion. „Jeder Hinweis kann helfen, ein Kind zu schützen“, so die Polizeipräsidentin abschließend.

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