Nach einem juristischen Tauziehen hat am heutigen Montag das Punk-Protestcamp auf der Nordseeinsel Sylt begonnen. Rund 25 Zelte standen zum Auftakt der Aktion am Vormittag auf der sogenannten Festwiese in Tinnum nahe des Flughafens. Das Camp läuft vom 20. Juli bis zum 16. August unter dem Motto „Normalize Revolution“. Veranstalter ist die Organisation „Aktion Sylt“.
Teilnehmer aus ganz Deutschland
„Ich sympathisiere mit den Punks – ich sehe zwar nicht so aus, trage die Idee aber im Herzen“, sagte Teilnehmer Fred aus Stuttgart. Er sei im dritten Sommer auf der Nordseeinsel dabei. Laut den Organisatoren sind in den kommenden Wochen Workshops, Demonstrationen, Musikveranstaltungen im Camp sowie Laufdemonstrationen ins Zentrum der Insel geplant.
Juristisches Hin und Her
Ob das Camp überhaupt starten kann, war bis zuletzt unklar. Der Kreis Nordfriesland hatte vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) Beschwerde gegen einen Beschluss des Verwaltungsgerichts zum geplanten Punk-Protestcamp eingelegt – er zweifelt am politischen Charakter des Camps. Das Verwaltungsgericht hatte zuvor entschieden, dass das Protestcamp vorerst stattfinden darf. Das OVG hat nach Angaben des Verwaltungsgerichts vom Freitag noch nicht über die Beschwerde entschieden.
Fünfter Punksommer in Folge
Es ist der fünfte Punksommer in Folge auf der Insel. Mit dem 9-Euro-Ticket waren im Sommer 2022 zahlreiche Punks aus ganz Deutschland nach Sylt gereist und hatten mit ihrem Protestcamp bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Damals campierten rund 100 Punks in Zelten vor dem Rathaus in Westerland. Seit 2023 ist das Camp weiter außerhalb auf dem Tinnumer Festplatz untergebracht.
Die Teilnehmer wollen auf der „bonzigsten Insel Deutschlands“ ein Zeichen gegen soziale Ungerechtigkeit setzen. „Die Schere zwischen Arm und Reich ist nirgendwo so klar zu erkennen wie auf Sylt“, so die Organisatoren.



