Am Montag startete die fünfte Auflage des Punker-Camps auf Sylt. Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig hatte zuvor eine Beschwerde des Kreises Nordfriesland zurückgewiesen, der das Treffen gerichtlich verhindern wollte. Bei 18 Grad, Sonne und leichtem Wind zogen die ersten Punker mit Hund und Bier durch Westerland. Auf dem Camp-Gelände in Tinnum roch es bereits nach Cannabis, während mobile Toiletten und die ersten Zelte aufgestellt wurden.
Motto: „Normalize Revolution“
Das diesjährige Motto des vierwöchigen Punk-Sommers lautet „Normalize Revolution“. Laut dem Veranstalter „Aktion Sylt“ sind Workshops, Musik-Sessions und Lauf-Demos geplant. Sylt erwartet erneut mehrere Hundert Teilnehmer. Auf dem Bahnhof Westerland mischten sich den ganzen Tag Nieten, Leder, kaputte Jeans und bunte Haare in den Urlauberstrom.
Ärger über Kurtaxe und Deutschlandticket
FDP-Lokalpolitiker Karlheinz Busen zeigte sich verärgert: „Auch an den Stränden werden sie auftauchen. Kurtaxe zahlen die sicher nicht.“ Er wies darauf hin, dass das Deutschlandticket inzwischen 63 Euro kostet – „offensichtlich kein Problem für die Punker“, so Busen. Mit dem 9-Euro-Ticket hatte 2022 die Punker-Welle auf Sylt begonnen.
Juristischer Streit gescheitert
Der Kreis Nordfriesland hatte bis zuletzt vergeblich versucht, das Treffen auf Sylt gerichtlich zu verhindern. Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig wies die Beschwerde zurück. Damit kann das Camp wie in den Vorjahren stattfinden. Die Bilder von Bier, Blaulicht und Müll auf Deutschlands nobelster Insel kehren damit zum fünften Mal in Folge zurück.



