Geschäftszahlen-Newsblog: Novartis, Bank Bär, Ryanair, Schindler & mehr
Geschäftszahlen-Newsblog: Novartis, Bank Bär, Ryanair

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat im zweiten Quartal dank eines starken Geschäfts mit Krebsmedikamenten den Umsatz gesteigert und das Ergebnis trotz der Generika-Konkurrenz für sein Herzmittel Entresto stabil gehalten. Das bereinigte operative Kernergebnis stagnierte von April bis Juni bei 5,94 Milliarden Dollar, wie Novartis am Dienstag mitteilte. Von Visible Alpha befragte Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 5,31 Milliarden gerechnet. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 14,4 Milliarden Dollar. Seine Prognose für das Gesamtjahr behielt Novartis bei und erwartet weiterhin ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Der bereinigte operative Gewinn soll in ähnlicher Größenordnung sinken.

Bank Bär erzielt Rekordgewinn

Die Bank Julius Bär hat im ersten Halbjahr einen Gewinnsprung verbucht. Dank wachsender Handelserträge kletterte der Gewinn um 128 Prozent auf den Rekordwert von 673 Millionen Franken, wie das Schweizer Institut am Dienstag mitteilte. Damit übertraf der Vermögensverwalter für Millionäre und Milliardäre die von Analysten geschätzten 640 Millionen Franken. Im Vorjahr hatten Belastungen aus dem Verkauf des lokalen Geschäfts in Brasilien sowie Wertberichtigungen auf Hypotheken und andere Kredite das Ergebnis belastet. Die verwalteten Vermögen kletterten im Vergleich zu Ende 2025 um fünf Prozent auf 547 Milliarden Franken. Dazu trugen wachsende Finanzmärkte sowie die bei Reichen und Superreichen neu eingesammelten 5,7 Milliarden Franken bei. Im Mai hatte Bär die Wachstumsprognose angesichts eines verhaltenen Jahresstarts gekappt.

Aufzugbauer Schindler mit Ergebnisanstieg im Halbjahr

Der Schweizer Aufzug- und Fahrtreppenhersteller Schindler hat im ersten Halbjahr operativ mehr verdient und auch seine Profitabilität gesteigert. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) kletterte auf 13,2 Prozent von 12,3 Prozent im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Das operative Ergebnis (Ebit) erhöhte sich um 4,6 Prozent auf 706 Millionen Franken. Wechselkurseffekte drückten den Umsatz um 2,9 Prozent auf 5,33 Milliarden Franken, bereinigt wuchs er um 1,4 Prozent. „In Lokalwährungen stieg der Umsatz in allen Regionen mit Ausnahme Chinas“, erklärte der Konzern. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Schindler weiter mit einem Umsatzwachstum im unteren bis mittleren einstelligen Bereich in Lokalwährungen sowie einer Ebit-Marge von rund 13 Prozent.

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Ryanair-Gewinn bricht um 34 Prozent ein

Der irische Billigflieger Ryanair hat im ersten Geschäftsquartal einen deutlichen Gewinneinbruch verbucht: Der Nachsteuergewinn fiel um 34 Prozent auf 538 Millionen Euro – nach 820 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum und klar unter der Bloomberg-Analystenerwartung von rund 624 Millionen Euro. Hauptursache ist der hohe Ölpreis. Um die Nachfrage zu stützen, hatte die Airline die Ticketpreise gesenkt – selbst in der Hochsaison. Für das zweite Quartal liegen die Ticketpreise trotz zuletzt anziehender Buchungen moderat unter dem Vorjahresniveau. Für den weiteren Jahresverlauf gibt sich Ryanair-Finanzchef Neil Sorahan vorsichtig optimistisch, verweigert jedoch eine konkrete Gewinnprognose: „Wir sind gut aufgestellt für ein gutes, profitables Jahr – aber es ist zu früh, Zahlen zu nennen.“ Das Unternehmen sicherte sich den Kerosinpreis für 80 Prozent seines Bedarfs bis März bei 67 Dollar je Barrel ab; die verbleibenden 20 Prozent bleiben ungesichert und damit ein zentrales Risiko. Zusätzlich belasten Lieferengpässe bei Boeing und Airbus sowie Triebwerksprobleme die Kurzstreckenkapazitäten – laut Ryanair mindestens bis 2030.

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Weitere Unternehmensmeldungen

Der Hamburger Hafenkonzern HHLA senkt seine Umsatz- und Gewinnprognosen für das laufende Jahr. Umbaumaßnahmen zur Automatisierung der Hamburger Containerterminals hätten zu stärkeren operativen Beeinträchtigungen geführt als erwartet. Der Stahlkonzern Salzgitter hat im ersten Halbjahr den Gewinn deutlich gesteigert und hebt seine Prognosen für das Gesamtjahr 2026 an. Bei 4,6 Milliarden Euro Außenumsatz sei der Ebitda-Gewinn auf 459 Millionen Euro gestiegen. Der Baumaschinen-Hersteller Wacker Neuson verhilft eine Erholung des Geschäfts zu einem deutlichen Umsatz- und Gewinnplus. Die Erlöse stiegen um fast 17 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro. Der Lkw-Bauer Volvo verzeichnete einen Gewinnsprung dank kräftig gestiegener Nachfrage in Nordamerika. Das operative Ergebnis stieg um 35 Prozent auf umgerechnet 1,22 Milliarden Euro. Der Solartechnik-Konzern SMA Solar blickt optimistischer auf das Gesamtjahr und hebt den Ausblick an. Der britische Luxusgüterkonzern Burberry verzeichnete dank starker Nachfrage in den USA und China ein Umsatzplus von fünf Prozent. Der schwedische Autobauer Volvo Cars erlitt im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch, hofft aber auf Erholung durch das neue Elektromodell EX60.

Der Elektrotechniker ABB verbuchte dank des Booms beim Bau von Rechenzentren einen Rekord-Auftragseingang von 12,04 Milliarden Dollar. Johnson & Johnson profitierte von neuen Krebsmedikamenten und hob die Jahresziele an. Der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock erreichte ein Rekordvolumen an verwaltetem Vermögen von 15,34 Billionen Dollar. BASF hob nach einem überraschend starken zweiten Quartal die Gewinnprognose an. Boehringer Ingelheim verzeichnete dank des Diabetesmittels Jardiance ein kräftiges Umsatzplus von 16 Prozent. Die Cartier-Mutter Richemont setzte im ersten Quartal 20 Prozent mehr um. Der Chipausrüster ASML steigerte den Umsatz und erwartet für 2026 noch bessere Geschäfte. DocMorris wuchs dank boomendem E-Rezept-Geschäft um 15,2 Prozent. JPMorgan verdiente Milliarden mit Börsengängen und Investmentbanking. Ericsson verzeichnete Einbußen infolge von Kostensteigerungen. Vossloh wird vorsichtiger bei seinen Umsatz- und Gewinnprognosen. Evotec senkte die Prognose und erwartet einen operativen Verlust. Hapag-Lloyd hob die Ergebnisprognose an, trotz hoher Unsicherheit. TSMC verzeichnete einen Umsatzsprung von 36 Prozent im zweiten Quartal.