Rekord-Auswanderung: 288.000 Deutsche gingen 2025 – Forscher sieht Chancen
Rekord-Auswanderung: 288.000 Deutsche gingen 2025

Im Jahr 2025 haben mehr als 288.000 Menschen Deutschland verlassen – ein neuer Rekord. Besonders betroffen sind Hochgebildete, die im Ausland ihr Glück suchen. Doch der Forscher Marcel Erlinghagen sieht in dieser Entwicklung vor allem Chancen und erklärt, warum Auswandern kein „Brain Drain“ bedeutet.

Die Zahlen zur Auswanderung

Laut Statistischem Bundesamt lag die Zahl der Auswanderer im Jahr 2025 bei über 288.000 – ein Anstieg von rund 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit wurde der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2022 übertroffen. Besonders auffällig: Überproportional viele der Auswanderer haben einen akademischen Hintergrund. „Es gehen vor allem die Höhergebildeten“, sagt Marcel Erlinghagen, Professor für Soziologie an der Universität Duisburg-Essen.

Die beliebtesten Zielländer sind die Schweiz, Österreich und die USA. Aber auch Länder wie Kanada, Australien und Spanien verzeichnen einen Zuzug aus Deutschland. Die Motive sind vielfältig: bessere Karrierechancen, höhere Gehälter, aber auch der Wunsch nach einem anderen Lebensstil spielen eine Rolle.

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Warum die Auswanderung kein Problem ist

Viele bezeichnen die Abwanderung von Hochqualifizierten als „Brain Drain“ – also als einen Verlust von intellektuellem Kapital. Doch Erlinghagen widerspricht: „Die Auswanderung ist keine schlechte Nachricht. Im Gegenteil: Sie zeigt, dass Deutschland gut ausgebildete Menschen hervorbringt, die international gefragt sind.“ Zudem kehre ein Teil der Auswanderer nach einigen Jahren zurück und bringe wertvolle Erfahrungen mit. „Das nennen wir ‚Brain Circulation‘ – ein Kreislauf, der letztlich beiden Seiten nützt.“

Der Forscher weist auch darauf hin, dass die Auswanderung nicht zu einem Fachkräftemangel in Deutschland führe. „Die Zahlen sind zwar hoch, aber im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung immer noch gering. Und Deutschland profitiert gleichzeitig von Zuwanderung aus anderen Ländern.“

Tipps für eine erfolgreiche Auswanderung

Wer selbst über einen Umzug ins Ausland nachdenkt, sollte gut vorbereitet sein. Erlinghagen rät: „Man sollte sich intensiv mit den rechtlichen Rahmenbedingungen auseinandersetzen, insbesondere mit Aufenthalts- und Arbeitserlaubnissen.“ Auch die finanzielle Absicherung sei entscheidend – etwa durch einen Notgroschen für die erste Zeit.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Sprache. „Selbst in Ländern mit hohem Deutsch-Anteil ist es von Vorteil, die Landessprache zu lernen. Das erleichtert die Integration ungemein.“ Zudem empfiehlt der Soziologe, vor der endgültigen Entscheidung einen längeren Probewohnen-Aufenthalt einzuplanen. „So kann man herausfinden, ob das Land wirklich zu einem passt.“

Auch die soziale Komponente dürfe nicht unterschätzt werden. „Der Kontakt zu anderen Auswanderern kann helfen, aber man sollte sich nicht nur in einer ‚Expat-Blase‘ bewegen. Offenheit gegenüber der neuen Kultur ist der Schlüssel zum Erfolg.“

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