Schweizer Verband kämpft gegen rassistische Kommentare bei WM
Schweiz gegen Rassismus bei WM: Manzambi im Fokus

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko kommt es immer wieder zu rassistischen Kommentaren gegen Spieler. Der Schweizer Fußballverband hat nun öffentlich gemacht, wie massiv das Problem ist. Insbesondere nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Katar zum Auftakt seien die Abgründe der Meinungsäußerung zutage getreten.

Elf Prozent aller beleidigenden Beiträge sind rassistisch

Der Weltverband FIFA hatte zuvor bekanntgegeben, dass elf Prozent aller als beleidigend eingestuften Beiträge auf Social Media rassistisch seien. Das sei ein Zuwachs um drei Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt bei der vergangenen WM in Katar 2022. Die Kommentarfunktionen auf den Kanälen des Schweizer Verbands wurden zeitweise deaktiviert, wie ein Sprecher bestätigte. „Auch, weil es bei einigen der Kommentare um die Hautfarbe oder Herkunft der Spieler ging.“

Johan Manzambi im Fokus rassistischer Angriffe

Besonders betroffen ist Johan Manzambi, der Shootingstar der Schweizer Nationalmannschaft. Der 20-Jährige, dessen Eltern aus dem Kongo und Angola stammen, wird wegen seiner Hautfarbe und Herkunft angefeindet. Dabei ist er einer der Leistungsträger des Teams: Mit fünf direkten Torbeteiligungen (drei Tore, zwei Vorlagen) ist er der jüngste Spieler seit 1966, dem das bei einer WM gelungen ist.

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Manzambi wechselte 2023 vom Servette Genf zum SC Freiburg, wo er sich kontinuierlich verbesserte. Sein Jugendtrainer Luigi Pisino sagte gegenüber Radio Télévision Suisse: „Johan war schon immer ein sehr, sehr talentierter Spieler, intelligent und aufnahmefähig.“ Inzwischen steht der Spieler auf dem Wunschzettel vieler europäischer Topklubs. Englische Medien sprechen von einer Ablöse bis zu 55 Millionen Euro, während „Sky Sport“ sogar von einer Preisvorstellung des SC Freiburg von etwa 70 Millionen Euro berichtet.

Rassismusvorwürfe gegen Influencer

Bereits während des Turniers musste sich ein sogenannter Influencer wegen Rassismusvorwürfen gegen Nationalspieler verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, Spieler mit Wurzeln im Balkan oder Nordafrika sowie dunkelhäutige Profis beleidigt zu haben. Der Beschuldigte wurde jedoch freigesprochen. Die betroffenen Spieler, darunter Granit Xhaka (Eltern aus dem Kosovo) und Breel Embolo (geboren in Kamerun), stehen für die Stärke des Schweizer Teams.

Achtelfinale gegen Kolumbien

Im Achtelfinale trifft die Schweiz am Dienstagabend in Vancouver (22 Uhr MEZ, ARD und Magenta TV) auf Kolumbien. Die Lateinamerikaner um Luis Díaz vom FC Bayern gewannen ihre Gruppe K vor Portugal. Die Schweizer werden Manzambis Künste gut gebrauchen können. Eine Niederlage wäre schmerzhaft, aber die rassistischen Kommentare sind ungleich schwerer zu ertragen. (mit dpa)

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