Die Anzahl der registrierten Straftaten im öffentlichen Nahverkehr in Berlin ist im vergangenen Jahr gesunken. Laut einer Antwort der Berliner Innenverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion kommt es im Schnitt zu 37 Straftaten pro Tag. Besorgniserregend ist jedoch der Anstieg bei sexualisierter Gewalt.
Gesamtzahlen rückläufig, Sexualdelikte auf dem Vormarsch
Während die Gesamtkriminalität in Bussen und Bahnen abnahm, verzeichneten die Behörden einen deutlichen Zuwachs bei Sexualdelikten. Die genauen Zahlen wurden nicht veröffentlicht, aber der Trend zeigt eine gegenläufige Entwicklung. Die Grünen-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus forderte daraufhin verstärkte Schutzmaßnahmen für Fahrgäste.
Forderungen nach mehr Sicherheit
Die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, Antje Kapek, betonte: „Der Anstieg sexualisierter Gewalt ist alarmierend. Wir brauchen mehr Videoüberwachung, besser ausgeleuchtete Haltestellen und mehr Präsenz von Sicherheitspersonal.“ Die Innenverwaltung verwies auf laufende Maßnahmen, darunter die Ausweitung des Sicherheitsdienstes und verbesserte Notrufsysteme.
Die Opposition kritisierte die bisherigen Anstrengungen als unzureichend. Der innenpolitische Sprecher der CDU, Burkard Dregger, erklärte: „Die Zahlen zeigen, dass der Senat nicht genug tut. Wir brauchen eine Null-Toleranz-Strategie gegenüber Gewalt im Nahverkehr.“
Statistik im Detail
Die durchschnittliche Zahl von 37 Straftaten pro Tag umfasst Diebstähle, Körperverletzungen und Sachbeschädigungen. Sexualdelikte machen zwar einen geringen Anteil aus, verzeichnen aber den stärksten Anstieg. Die Behörden arbeiten an einer detaillierten Auswertung der Vorfälle, um gezielte Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) teilten mit, dass sie ihre Sicherheitskonzepte kontinuierlich anpassen. Ein Sprecher sagte: „Wir nehmen die Entwicklung ernst und investieren in zusätzliche Kameras und Schulungen für das Personal.“ Fahrgäste können zudem über eine App direkt Hilfe anfordern.



