In einer neuen Kolumne übt Aline von Drateln scharfe Kritik an der aktuellen Gesetzeslage in Deutschland. Sie fordert, dass die Politik endlich Gesetze erlässt, die Frauen statt Täter schützen. Sexualisierte Gewalt sei für viele Frauen Alltag – auf der Straße, im Netz und im öffentlichen Leben.
Persönliche Erfahrung als Weckruf
Die Kolumnistin schildert eine prägende Begebenheit aus ihrer Kindheit: „Den ersten erigierten Penis meines Lebens sah ich, da war ich zehn. Ein Mann zeigte ihn mir auf dem Schulweg und ich hatte wahnsinnige Angst, auf die er sich einen runterholte.“ Diese Erfahrung verdeutliche, wie früh und allgegenwärtig sexualisierte Gewalt für Mädchen und Frauen sei. Von Drateln betont, dass solche Übergriffe keine Einzelfälle seien, sondern ein strukturelles Problem darstellten.
Deutschland als Täterparadies?
Die Autorin stellt die provokante Frage, ob Deutschland ein Täterparadies sei. Sie argumentiert, dass die Justiz und die Gesetzgebung oft die Täter schützten, während die Opfer mit den Folgen der Gewalt allein gelassen würden. „Es braucht endlich Gesetze, die Frauen statt Täter schützen“, fordert sie. Von Drateln verweist auf die hohe Dunkelziffer bei Straftaten wie sexueller Belästigung und Nötigung. Viele Frauen würden aus Angst vor einer erneuten Viktimisierung oder aufgrund mangelnder Erfolgsaussichten auf eine Anzeige verzichten.
Forderung nach konkreten Maßnahmen
Die Kolumnistin ruft die Politik auf, konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehöre eine Verschärfung der Strafen für sexualisierte Gewalt sowie eine bessere Unterstützung der Opfer. Auch die Polizei und Justiz müssten sensibilisiert werden, um eine opferfreundlichere Bearbeitung von Fällen zu gewährleisten. Von Drateln betont, dass dies keine parteipolitische Frage sei, sondern eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung darstelle.
Gesellschaftlicher Wandel notwendig
Neben gesetzlichen Änderungen sei auch ein gesellschaftlicher Wandel erforderlich. „Wir müssen als Gesellschaft lernen, genauer hinzusehen und Betroffenen zuzuhören“, schreibt von Drateln. Sie appelliert an Männer, sich gegen sexistische und frauenfeindliche Strukturen zu stellen. Nur so könne ein Klima geschaffen werden, in dem Frauen ohne Angst leben könnten.
Die Kolumne endet mit einem eindringlichen Appell an die Leser: „Es ist Zeit, dass wir aufstehen und fordern, was uns zusteht: ein Leben ohne Angst vor sexualisierter Gewalt.“



