Simon Messner, der 36-jährige Bergsteiger und Sohn der Legende Reinhold Messner, hat in einem Interview mit der Funke Mediengruppe über das zerrüttete Verhältnis zu seinem Vater gesprochen. „Sein Verhalten ist für alle ein Rätsel“, sagte Messner über Reinhold Messner. Der Kontakt zwischen Vater und Kindern sei seit Jahren abgebrochen, der Alltag der Familie sei von einem anhaltenden Konflikt überschattet.
Dokumentation „Aus dem Schatten“
Anlass des Gesprächs ist die neue Dokumentation „Aus dem Schatten“, die ab dem 7. Juli in den Kinos läuft. Der Titel sei bezeichnend, so der freie Journalist Rüdiger Sturm, der das Interview führte. Simon Messner betont jedoch, dass er den Filmtitel nicht selbst gewählt habe. Die Dokumentation zeige eine Interpretation seiner Person, kein Selbstporträt. „Wir Menschen sind nun mal teilweise widersprüchlich – ich auf jeden Fall“, erklärte Messner.
Bergsteigen als Ausbruch aus der Sicherheit
Für Simon Messner ist das Bergsteigen keine Obsession mehr. Er breche gerne auf, um der abgesicherten Gesellschaft zu entfliehen, aber das Zurückkommen sei noch schöner und intensiver als der Aufbruch. „Vielleicht ziehen wir ja nur los, um wieder zurückzukommen“, sinnierte er. Die Dokumentation zeichne ein widersprüchliches Bild von ihm: Einerseits sei er sich bewusst, dass er in den Bergen sterben könne, andererseits wolle er das Glück mit seiner Familie und seiner kleinen Tochter genießen.
Eigene Erfahrungen am Berg
Messner verriet, dass nicht nur die Erlebnisse seines Vaters, sondern auch seine eigenen Erfahrungen am Berg ihn geprägt hätten. Details dazu blieb er im Interview schuldig, doch die Dokumentation soll tiefer in seine Motivationen und Ängste eintauchen. Der Film wird von der Beetz Brothers Film Production produziert, mit Franz Hinterbrander als Kameramann.
Hintergrund: Der Familienkonflikt
Der Konflikt zwischen Reinhold Messner und seinen Kindern ist seit Jahren öffentlich bekannt. In einem früheren Interview mit der Funke Mediengruppe hatte Reinhold Messner selbst gesagt: „Wurde gewissermaßen entsorgt.“ Simon Messner äußerte sich nun erstmals ausführlich zu den Gründen des Zerwürfnisses, ohne jedoch konkrete Vorwürfe zu nennen. „Sein Verhalten ist für alle ein Rätsel“, wiederholte er und ließ offen, ob eine Versöhnung möglich sei.



