Mehr als 620.000 Euro Spenden für Waisenkinder nach Gewalttat in Stade
Spendenaktion für Waisen nach Stade-Tat bringt 620.000 Euro

Nach den tödlichen Schüssen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade hat eine Spendenaktion für zwei kleine Waisenkinder eine enorme Resonanz erzielt. Innerhalb kurzer Zeit kamen auf der Plattform GoFundMe mehr als 620.000 Euro zusammen. Die drei- und vierjährigen Kinder hatten bereits wenige Wochen zuvor ihren Vater verloren, bevor ihre Mutter am Montag bei der Gewalttat getötet wurde.

Hintergrund der Tat: Sechsfacher Mord in Stade

Ein 45-jähriger Mann soll im Kontext eines Sorgerechtsstreits um seine kleine Tochter in der Einrichtung das Feuer eröffnet haben. Vier Frauen und zwei Männer wurden getötet, darunter drei Mitarbeiter der Jugendhilfeeinrichtung sowie zwei Frauen und ein Mann aus dem Raum Hannover, die für das Jugendamt der Region Hannover tätig waren. Die 32-jährige Mutter der beiden Waisenkinder war ebenfalls unter den Opfern. Der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft; die Staatsanwaltschaft wirft ihm sechsfachen Mord vor. Fünf Menschen starben am Tatort, ein weiteres Opfer erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Spendenaktion: 24.000 Spender in kürzester Zeit

Bis zum Mittag hatten sich bereits über 24.000 Menschen an der Spendenaktion beteiligt. Der Aufruf schildert das Schicksal der Familie: „Am 9. Juni nahm die Familie Abschied vom Vater der Kinder. Nur 20 Tage später wurde auch ihre Mama viel zu früh aus dem Leben gerissen.“ Über die Mutter heißt es: „Sie war eine außergewöhnliche Frau. Eine liebevolle Mutter, eine starke Persönlichkeit und ein Mensch mit einem unglaublich großen Herzen.“ Die Spendengelder sollen den Kindern einen sicheren Start in die Zukunft ermöglichen, unter anderem für Versorgung, Betreuung, Bildung, therapeutische Unterstützung und Beerdigungskosten.

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GoFundMe sichert korrekte Mittelverwendung zu

Die Plattform GoFundMe teilte mit: „Unser Team für Vertrauen und Sicherheit ist in Kontakt mit der Organisatorin, um sicherzustellen, dass die betroffene Familie beziehungsweise ein Vormund der Kinder als Spendenbegünstigte hinterlegt wird.“ So werde gewährleistet, dass alle gesammelten Gelder an die im Spendenaufruf genannten Personen gehen.

Migrationsbeauftragter unter Druck – Ministerpräsident stärkt ihm den Rücken

Nach Bekanntwerden der mutmaßlichen Verwicklung seiner Schwiegermutter in die Gewalttat erhält der niedersächsische Migrationsbeauftragte Deniz Kurku Rückendeckung von Ministerpräsident Olaf Lies. „Deniz Kurku hat richtig gehandelt, offen zu informieren, dass seine Schwiegermutter in das Geschehene verwickelt ist. Ihn trifft selbst keine Schuld. Wir stehen an seiner Seite“, betonte der SPD-Politiker. Kurku selbst ließ über einen Rechtsanwalt mitteilen: „Unmittelbar, nachdem ich aufgrund von Medienberichten von der Betroffenheit meiner Schwiegermutter Kenntnis erhalten hatte, habe ich dieses den Ermittlungsbehörden und weiteren Stellen in meinem beruflichen Umfeld mitgeteilt.“

Rolle der Schwiegermutter noch unklar

Die 65-jährige Schwiegermutter soll am Steuer des Fluchtwagens gesessen haben, mit dem mutmaßlichen Schützen als Beifahrer. Die Polizei stoppte das Auto mit Schüssen. Ob die Frau von den Plänen des Täters wusste und welche Rolle sie bei der Tat spielte, war zunächst unklar. Sie soll eine enge Verbindung zur Familie des Mannes haben.

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