Ein halbes Jahr nach ihrer Schließung ist die Zukunft der katholischen Kirche St. Kamillus in Berlin-Charlottenburg weiterhin ungewiss. Das denkmalgeschützte Gebäude mit sieben Etagen, das 1932 eingeweiht wurde, steht am Klausenerplatz südlich des Schlosses Charlottenburg. Auf Wunsch des Kamillianer-Ordens hatte das Erzbistum Berlin die Kirche im Dezember 2025 profaniert. Auch eine angeschlossene Kindertagesstätte und ein Seniorenheim mussten ausziehen. Mit den Einnahmen aus dem Verkauf will der Orden die Altersversorgung seiner Mitglieder sichern.
Verkaufspläne stocken nach gescheiterten Wohnungsbauprojekten
Der geplante Verkauf des Altbaus verzögert sich, nachdem zuvor angedachte Wohnungsbaupläne gescheitert waren. Ursprünglich war vorgesehen, auf dem Grundstück neue Wohnungen zu errichten, doch diese Pläne wurden aus nicht näher genannten Gründen aufgegeben. Nun ist die Immobilie seit Monaten ungenutzt, was bei Anwohnern und der Kirchengemeinde für Frustration sorgt.
Baurechtlich neue soziale Nutzung möglich
Nach Angaben des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf wäre baurechtlich eine neue soziale Nutzung des Gebäudes möglich. Das bedeutet, dass beispielsweise eine Bildungseinrichtung, ein Kulturzentrum oder eine soziale Einrichtung in die ehemalige Kirche einziehen könnte. Allerdings gibt es bislang keine konkreten Investoren oder Interessenten, die diese Option verfolgen. Die Denkmalschutzauflagen erschweren zudem eine Umnutzung, da die historische Bausubstanz erhalten bleiben muss.
Kamillianer-Orden hofft auf baldigen Verkauf
Der Kamillianer-Orden, der die Kirche betrieben hat, hofft weiterhin auf einen baldigen Verkauf, um die Altersversorgung seiner Mitglieder zu finanzieren. „Wir sind in Gesprächen mit mehreren potenziellen Käufern, aber die Verhandlungen sind komplex“, sagte ein Sprecher des Ordens. „Wir sind zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden werden, die sowohl den Denkmalschutz als auch die Bedürfnisse der Gemeinde berücksichtigt.“
Anwohner fordern schnelle Lösung
In der Nachbarschaft wächst derweil der Unmut über den Leerstand. „Es ist schade, dass ein so schönes Gebäude einfach so vor sich hin verfällt“, sagte ein Anwohner. „Wir hoffen, dass bald etwas Neues einzieht, sei es ein Kulturzentrum oder etwas anderes.“ Die Bezirksverordnetenversammlung hat das Thema bereits mehrfach diskutiert, aber bisher keine Entscheidung getroffen. Die Zukunft von St. Kamillus bleibt somit vorerst ungewiss.



