Stacy Lentz, Miteigentümerin des Stonewall Inn in New York, bezeichnet queere Bars als „heilige Orte, die wir um jeden Preis schützen müssen“. Im Interview mit dem Tagesspiegel spricht sie über die historische Bedeutung des Stonewall Inn, den Ursprung des Christopher Street Day (CSD) und die politische Dimension des diesjährigen Pride.
Erste Begegnung mit einer queeren Bar
Lentz wuchs in Kansas auf, in einer ländlichen Gegend ohne LGBTIQ-Bars oder -Clubs. „Nicht einmal im Fernsehen kamen queere Menschen vor“, erinnert sie sich. Erst 1994, als sie mit 24 Jahren nach New York zog, besuchte sie die Lesbenbar Henrietta Hudson’s. Ihre Reaktion: „Oh, das sind meine Leute.“
Stonewall als Geburtsort der Emanzipationsbewegung
Das Stonewall Inn ist der Ort, an dem 1969 ein Aufstand gegen Polizeigewalt die queere Emanzipationsbewegung auslöste. Lentz betont, dass dieser Kampf bis heute andauert. Der diesjährige Pride sei so politisch wie lange nicht mehr, da weiterhin Diskriminierung und Gewalt gegen queere Menschen existieren.
Lentz ruft dazu auf, queere Räume zu schützen und die Geschichte des Stonewall Inn lebendig zu halten. „Queere Bars sind nicht nur Orte der Begegnung, sondern auch Symbole des Widerstands“, so Lentz. Der Pride sei eine Gelegenheit, diese Werte zu feiern und gleichzeitig auf aktuelle Missstände aufmerksam zu machen.



