Rund ein Jahr nach dem illegalen Autorennen in Ludwigsburg, bei dem zwei unbeteiligte Frauen ums Leben kamen, ist der Unfallverursacher wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der 33-jährige Mann hatte sich im März 2025 mit seinem Bruder ein Rennen geliefert und rammte dabei das Auto der beiden Frauen. Der 35-jährige Bruder, der den zweiten Wagen fuhr, wurde wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren Haft verurteilt.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Brüder sowie ihr 26-jähriger Cousin am Abend des 20. März 2025 ein illegales Rennen in der Ludwigsburger Innenstadt verabredeten. Sie fuhren durch eine Bahnhofsunterführung, bremsten, stimmten sich kurz ab und beschleunigten erneut – teilweise in einer Tempo-50-Zone.
Der jüngere Bruder prallte mit mehr als 130 km/h in das Auto der beiden jungen Frauen, die gerade eine Tankstelle verlassen wollten. Beide Frauen starben noch am Unfallort. Der Unfallverursacher zog sich nur leichte Verletzungen zu.
Seit einer Gesetzesänderung 2017 sind illegale Autorennen in Deutschland strafbar. Die Teilnahme kann mit bis zu zwei Jahren Haft geahndet werden, bei Todesfolge sind bis zu zehn Jahre möglich. In besonders schweren Fällen ist auch eine Verurteilung wegen Mordes möglich, wenn der Fahrer den Tod billigend in Kauf nimmt.
Die Verteidiger des Unfallverursachers hatten die Mordvorwürfe zurückgewiesen und auf fahrlässige Tötung plädiert. Die Angeklagten räumten teils Verantwortung ein, bestritten jedoch, jemanden bewusst gefährdet zu haben.



