Drei junge Turmfalken steckten in einem Kirchturm in Contwig (Landkreis Südwestpfalz) fest, nachdem sie zu groß geworden waren, um durch das Gitter zu schlüpfen, an dem ihre Mutter das Nest gebaut hatte. Die Feuerwehr rückte am Samstag mit einer Drehleiter an, entfernte das Gitter und befreite die Vögel.
Hintergrund: Turmfalken in Kirchtürmen
Turmfalken (Falco tinnunculus) sind Greifvögel, die häufig Kirchtürme und andere hohe Gebäude als Nistplätze nutzen. Sie brüten in Nischen, Mauerspalten oder auf Gesimsen. In diesem Fall hatte die Falkenmutter ihr Nest an einem Gitter gebaut, das den Zugang zu einer Öffnung im Kirchturm sicherte. Die drei Jungvögel wuchsen heran und waren schließlich zu groß, um durch die Maschen des Gitters zu entkommen. Anwohner und ehrenamtliche Mitarbeiter der Kirchengemeinde bemerkten die eingesperrten Tiere und alarmierten die Feuerwehr.
Rettungsaktion im Detail
Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Contwig rückten mit einer Drehleiter aus, um an das hoch gelegene Nest zu gelangen. Nach Angaben der Feuerwehr entfernten sie das Gitter vorsichtig, um die Vögel nicht zu verletzen. Kaum war das Gitter geöffnet, flogen die drei Turmfalken eigenständig ins Freie und in die Freiheit. Die Mutter war zu diesem Zeitpunkt nicht im Nest; sie kehrte später zurück und fand die leere Niststelle vor. Die Feuerwehr bestätigte, dass die Tiere unverletzt waren.
Bedeutung der Rettung
Turmfalken stehen in Deutschland nicht unter strengem Schutz, sind aber als heimische Greifvögel geschützt. Die Rettung zeigt die Bedeutung von aufmerksamen Bürgern und schneller Hilfe durch die Feuerwehr, die auch für Tierrettungen zuständig ist. In ländlichen Regionen wie der Südwestpfalz sind solche Einsätze nicht selten. Die Feuerwehr Contwig lobte die Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde und den Anwohnern.
Die befreiten Falken werden sich nun in der Umgebung ansiedeln und weiterhin von den reichen Jagdgründen der Region profitieren. Experten weisen darauf hin, dass Kirchtürme ideale Brutplätze für Turmfalken bieten, da sie erhöht und geschützt sind. Allerdings sollten Kirchengemeinden regelmäßig überprüfen, ob Gitter und Netze eine Gefahr für Jungvögel darstellen können.



