Umfrage zu Wehrdienst: Junge Menschen fühlen sich übergangen
Umfrage: Junge Menschen beim Wehrdienst übergangen

Eine neue Umfrage der Universität Hildesheim und der Goethe-Universität Frankfurt offenbart eine tiefe Kluft zwischen den Generationen in der Debatte um den Wehrdienst. Laut der am Montag veröffentlichten Studie fühlen sich junge Menschen zwischen 15 und 30 Jahren systematisch von der politischen Entscheidungsfindung ausgeschlossen. Das zentrale Ergebnis lautet: „Egal, wie junge Menschen der Wehrpflicht persönlich gegenüber eingestellt sind – sie fühlen sich nicht ausreichend in die politischen Entscheidungsprozesse einbezogen.“

Fehlende Mitsprache und Dominanz älterer Generationen

An der Online-Befragung nahmen rund 4.000 Personen im Alter von 15 bis 30 Jahren teil. Rund drei Viertel der Befragten (75 Prozent) stimmten der Aussage zu: „Entscheidungen zum Wehrdienst werden durch die Perspektiven älterer Generationen bestimmt.“ Ein ähnlich hoher Anteil (etwa 74 Prozent) gab an, dass die Meinungen junger Menschen zum Wehrdienst nicht ernst genommen würden. Knapp 70 Prozent der Teilnehmenden sagten zudem, dass Politiker junge Menschen bei Entscheidungen zum Wehrdienst nicht berücksichtigen.

Mehrheit lehnt bestehende Pflichten ab

Obwohl eine allgemeine Wehrpflicht derzeit nicht besteht, sind junge Männer verpflichtet, einen Fragebogen zur Eignung für den Dienst bei der Bundeswehr auszufüllen und sich mustern zu lassen. Die Einführung dieser Pflichten bewerteten die Befragten überwiegend negativ: Nur 29 Prozent befürworteten sie, während 54 Prozent ihnen ablehnend bis negativ gegenüberstanden. Die Studie zeigt damit nicht nur ein Gefühl der politischen Entfremdung, sondern auch eine klare Ablehnung der aktuellen Regelungen durch die jüngere Generation.

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