True Crime Berlin: Der ungelöste Mord an Emilio R. am Bahnhof Zoo
Ungelöster Mord an Emilio R. am Bahnhof Zoo Berlin

1987 wurde der 47-jährige Spanier Emilio R. tot in seiner Badewanne in Berlin-Neukölln aufgefunden – die Kehle durchtrennt. Der Fall, der als einer der bekanntesten Cold Cases Berlins gilt, beschäftigt die Ermittler bis heute. Trotz eines DNA-Treffers und einer Festnahme im Jahr 2015 konnte die Schuldfrage nie abschließend geklärt werden.

Die Tatnacht im Februar 1987

In der Nacht des 8. Februar 1987 nahm Emilio R. einen jungen Mann vom Bahnhof Zoo mit in seine Wohnung in der Karl-Marx-Straße. Zuvor hatte er mit einem Bekannten eine Peep-Show in der Kantstraße besucht und dort den Unbekannten wiedergetroffen. Nach der Show verabschiedete sich R. mit den Worten, den Mann mit nach Hause nehmen zu wollen. Es war das letzte Mal, dass er lebend gesehen wurde.

Am nächsten Morgen entdeckte ein Bekannter die Leiche in der Badewanne. Die Mordkommission ging von einem Raubmord aus, da ein Videorekorder fehlte. Zahlreiche Fingerabdrücke und Blutspuren wurden gesichert, konnten aber damals keinem Tatverdächtigen zugeordnet werden.

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Jahrzehntelange Ermittlungen und ein DNA-Durchbruch

Die Ermittlungen verliefen im Sande, bis Ende der 1990er Jahre die DNA-Analyse neue Möglichkeiten eröffnete. 2003 erstellten Experten ein DNA-Profil aus Blutresten, doch ein Abgleich mit der Datenbank blieb erfolglos. Erst 2014 meldete Interpol Prag einen Treffer: Die DNA führte zu einem 53-jährigen Serben, der in Tschechien lebte. Im September 2015 wurde er festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert. Die Presse feierte den Fall als gelöst.

Die überraschende Wendung

Doch der Tatverdächtige gab an, in Notwehr gehandelt zu haben. Rechtsmediziner untersuchten die alten Unterlagen erneut und kamen zu einem überraschenden Ergebnis: Die Schnitte am Hals des Opfers deuteten auf Selbstmord hin. Zudem wurden im Blut von Emilio R. Antidepressiva nachgewiesen, und er hatte eine ältere Hirnverletzung, die eine Wesensveränderung verursacht haben könnte. „Bewiesen werden kann nur, dass der Tatverdächtige am Tatort war und dort Blut verloren hat, was auf einen Kampf hindeutet“, erklärte ein Ermittler. Da die Staatsanwaltschaft einen Mord nicht sicher nachweisen konnte, wurde der Haftbefehl 2016 aufgehoben und der Mann aus der Untersuchungshaft entlassen.

Ein ungelöster Fall bis heute

Die genauen Umstände des Todes von Emilio R. lassen sich nicht mehr zweifelsfrei rekonstruieren. Der Fall bleibt einer der ältesten ungelösten Cold Cases Berlins. „Mord verjährt nicht – alle anderen Straftaten schon“, so die Staatsanwaltschaft. Die Hoffnung auf eine endgültige Aufklärung besteht weiter, doch die Akte ruht vorerst.

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