Ururenkelinnen besuchen KZ-Gedenkstätte Ravensbrück
Ururenkelinnen besuchen KZ-Gedenkstätte Ravensbrück

Zwei belgische Schülerinnen, die Ururenkelinnen der KZ-Überlebenden Jeanne Boulengier sind, besuchen an diesem Wochenende gemeinsam mit rund 50 Jugendlichen aus Berlin und Belgien die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück in Oberhavel. Die Geschichts- und Politiklehrerin Sylvia Czarnecki von der Neuköllner Gemeinschaftsschule Campus Efeuweg erklärte, dass der Besuch am Sonntag stattfindet und eine gemeinsame Gedenkzeremonie für die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung vorsieht. „Die Schüler werden selbst verfasste Texte lesen, wir Lehrkräfte ebenfalls“, so Czarnecki.

Das Schicksal von Jeanne Boulengier

Im Zentrum des Besuchs steht die Geschichte der belgischen Widerstandskämpferin Jeanne Boulengier, die während des Zweiten Weltkriegs britischen Piloten half, sich zu verstecken. Dafür wurde sie ins Konzentrationslager Ravensbrück deportiert, überlebte jedoch, während ihr Ehemann hingerichtet wurde. „Die belgischen Schüler wollen den Lebensweg Boulengiers aufarbeiten und daraus Unterrichtsmaterial entwickeln, das wir künftig auch in Berlin nutzen können“, erläuterte Czarnecki.

Hochrangige Gäste erwartet

Zu der Gedenkveranstaltung werden mehrere hochrangige Gäste erwartet. Neben dem Generaldelegierten der französischsprachigen belgischen Gemeinschaften in Berlin, Alexander Homann, wollen auch Vertreter der belgischen Bildungsbehörden teilnehmen. Zudem wird Renaud de Tarwangne, Präsident des belgischen Verbands ehemaliger Kriegsgefangener, erwartet. Auch Mitglieder der Erinnerungsinitiative „Amis, Entends-tu ?“ reisen an.

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Emotionaler Bezug für Schüler

Gedenkstättensprecher Horst Seferens sprach von einer besonderen Gruppe – zum einen wegen der hochrangigen Gäste, zum anderen wegen der Nachfahren ehemaliger Insassen. Auch er gehe davon aus, dass der Besuch für die Schüler ein sehr emotionales Erlebnis werde, da Mitschülerinnen einen persönlichen Bezug zu diesem emotionalen Ort hätten.

Erasmus-Austauschprogramm

Der Besuch in Ravensbrück ist laut Czarnecki Teil eines mehrtägigen Erasmus-Austauschprogramms in Berlin. Dazu gehören unter anderem Workshops zu Rassismus in der belgischen Botschaft, gemeinsame Unterrichtsbesuche, Stadterkundungen sowie Führungen etwa in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und im DDR-Museum.

Besucherzahlen der Gedenkstätte

Die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück zählte laut Seferens im Jahr 2025 rund 74.000 Besucher. Davon wurden rund 13.500 Personen in verschiedenen Bildungsprogrammen betreut. Die Mehrheit – rund 77 Prozent – waren Schüler und Auszubildende.

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