Nach dem Ausscheiden der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft ist es in der Nacht zu Dienstag am Uber Platz in Berlin-Friedrichshain zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Polizei spricht von einem schweren Landfriedensbruch sowie mehreren weiteren Straftaten. Insgesamt wurden sieben Personen im Alter zwischen 14 und 47 Jahren festgenommen. Unter den Festgenommenen befanden sich eine 14-Jährige, eine 16-Jährige, ein 17-Jähriger, zwei 18-Jährige sowie ein 22-Jähriger und eine 47-Jährige.
Public Viewing endet im Chaos
Gegen 1:30 Uhr kam es im Anschluss an eine Public-Viewing-Veranstaltung zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen mehreren Personen. Das Geschehen breitete sich trotz des Einschreitens der Polizei nahezu über den gesamten Platz aus. Dabei flogen Flaschen in Richtung der Einsatzkräfte und weiterer Anwesender. Ein Unbeteiligter wurde von einer Flasche getroffen, blieb nach ersten Erkenntnissen aber unverletzt und lehnte eine ärztliche Behandlung ab.
Festnahme einer 16-Jährigen
Der 16-Jährigen wird vorgeworfen, mehrere Glasflaschen auf Personengruppen geworfen zu haben. Nach Angaben der Polizei war sie zuvor von einem bislang unbekannten Mann beleidigt und geschlagen worden. Bei der Festnahme der Jugendlichen solidarisierten sich mehrere Umstehende mit ihr und versuchten, den Zugriff zu verhindern. Die Einsatzkräfte forderten die Gruppe auf, Abstand zu halten, und drohten den Einsatz von Reizstoff an. Da sich die Personen weiter näherten, setzten die Beamten schließlich Pfefferspray ein. Dabei wurde auch ein unbekannter Mann im Gesicht getroffen, der sich in der unübersichtlichen Situation entfernen konnte.
Verletzte und laufende Ermittlungen
Die 16-Jährige zog sich bei ihrer Festnahme durch am Boden liegende Glasscherben Kopfverletzungen zu und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Nach der Behandlung und einer Blutentnahme wurde sie in die Obhut ihrer Mutter übergeben. Die übrigen Festgenommenen kamen nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder frei. Zwei Polizisten wurden bei dem Einsatz leicht verletzt, setzten ihren Dienst aber fort. Die Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, versuchter Gefangenenbefreiung, Beleidigung, Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung dauern an.



