In Berlin haben sich in diesem Jahr bislang 125 Menschen mit Mpox infiziert, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in seinem aktuellen Wochenbericht zu Infektionskrankheiten mitteilt (Stand 15. Juli). Damit ist die Hauptstadt bundesweit weiterhin der Hotspot für die seltene Viruserkrankung. Zwar sanken die Fallzahlen in den vergangenen Wochen deutlich, nachdem sie zu Jahresbeginn noch höher lagen als in den Vorjahren. Derzeit haben sie sich mit 127 Fällen im Vorjahreszeitraum angeglichen, doch im Vergleich zu den Jahren 2024 (29 Fälle) und 2023 (10 Fälle) ist die Zahl weiterhin erhöht.
Betroffen sind vor allem Männer
Den Angaben zufolge sind überwiegend Männer von der Infektion betroffen. Die Infizierten waren in diesem Jahr zwischen 19 und 66 Jahre alt. Bei 110 Personen war der Impfstatus bekannt: Rund die Hälfte (53 Prozent) war mindestens einmal gegen Mpox oder Pocken geimpft.
Mpox wird durch engen Körperkontakt übertragen, vor allem beim Sex. Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr bei Kontakt mit den typischen Hautveränderungen wie Bläschen oder Schorf. Auch eine Tröpfcheninfektion über Speichel ist möglich.
Impfempfehlung für Risikogruppen
Bestimmten Personengruppen wird in Deutschland eine Impfung gegen Mpox empfohlen. Dazu zählen Männer, die Sex mit Männern haben und häufig den Partner wechseln, sowie Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter. Für eine Grundimmunisierung sind zwei Dosen erforderlich.
Die hohen Fallzahlen deuten laut Lageso darauf hin, dass sich Mpox in sexuellen Netzwerken von schwulen und bisexuellen Männern sowie allgemein unter Männern, die Sex mit Männern haben, weiter verbreitet.
Aufklärungskampagne zur Pride-Saison
Angesichts der aktuellen Pride-Saison informiert das Amt verstärkt in Dating-Apps, sozialen Medien sowie auf Postkarten und Postern auf Englisch und Deutsch über die Mpox-Impfung. „Wenn dein Sommer aus CSD-Saison, Clubnacht, Darkroom oder Dating-App und spontanen Begegnungen besteht, dann gehört eine Mpox-Impfung genauso dazu wie dein Outfit für die Nacht“, heißt es etwa in einem Instagram-Post.



