Berlin – Asbest ist krebserregend und in Deutschland seit 1993 verboten. Dennoch wurde der Gefahrstoff in mehreren Kinderspielzeugen entdeckt. Besonders betroffen ist Spielsand des Herstellers Jono Toys B.V., der vom 15. Januar 2025 bis zum 23. Februar 2026 verkauft wurde. Eltern werden aufgefordert, die Nutzung sofort einzustellen und das Produkt fachgerecht zu entsorgen.
Seit dem 13. Februar gab es 13 Rückrufe wegen Asbest. Betroffen sind sandgefüllte, dehnbare Spielfiguren sowie Spiel- und Bastelsand. Rückrufaktionen laufen unter anderem bei TK Maxx, Hema, HTI und Aldi Süd. In den Niederlanden wurden in 25 Proben von Spielsand Asbestfasern nachgewiesen, die mineralogisch mit dem industriell genutzten Faser-Asbest der 1960er und 1970er Jahre identisch sind.
Asbest wurde früher als feuerhemmender Baustoff verwendet, bis in die 1990er Jahre in Zement, Fassaden, Fliesenkleber oder Bremsbelägen. Die Fasern können eingeatmet werden, dringen tief in die Lunge ein und verursachen tödliche Krankheiten wie Asbestose oder Lungenkrebs. In Deutschland sterben laut Ärzteblatt jährlich rund 1500 Menschen an den Folgen einer Berufskrankheit durch Asbest, die Dunkelziffer wird auf 15.000 Tote pro Jahr geschätzt.
Sonja Pannenbecker von der Verbraucherzentrale Bremen rät: „Wir raten davon ab, Kindern Spielsand, Bastelsand und Montessori-Sandspieltische aus China zum Spielen zu geben. Auch bei buntem Deko-Sand aus China sollten Erwachsene vorsichtig sein.“ In Australien konnte ein Teil des kontaminierten Sands zu einem Steinbruch in China zurückverfolgt werden.



