Berlin bleibt das Epizentrum der Mpox-Erkrankung in Deutschland. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in seinem aktuellen Wochenbericht zu Infektionskrankheiten mitteilt, haben sich in diesem Jahr bislang 125 Menschen mit dem Virus angesteckt, das umgangssprachlich als Affenpocken bekannt ist. Die Behörde rät nun dringend, den eigenen Impfstatus zu überprüfen.
Fallzahlen sinken, bleiben aber erhöht
Zu Beginn des Jahres 2026 lagen die Infektionszahlen deutlich über dem Niveau der Vorjahre. In den vergangenen Wochen sind die Fallzahlen jedoch erkennbar zurückgegangen und haben sich dem Niveau des Vorjahreszeitraums angeglichen, in dem 127 Fälle registriert wurden. Dennoch ist die Zahl der Erkrankungen im Vergleich zu den Jahren 2024 (29 Fälle) und 2023 (10 Fälle) nach wie vor deutlich erhöht. Das Lageso betont, dass es sich bei Mpox um eine seltene Erkrankung handelt, die vor allem durch engen Körperkontakt, insbesondere beim Sex, übertragen wird.
Betroffene: Mehrheitlich Männer, breite Altersspanne
Den Daten zufolge sind überwiegend Männer betroffen. Die Infizierten waren in diesem Jahr zwischen 19 und 66 Jahre alt. Bei 110 der 125 Fälle war der Impfstatus bekannt. Davon war etwa die Hälfte (53 Prozent) mindestens einmal gegen Mpox oder Pocken geimpft. Das Lageso weist darauf hin, dass die hohen Fallzahlen darauf hindeuten könnten, dass sich Mpox in sexuellen Netzwerken von schwulen und bisexuellen Männern sowie unter Männern, die Sex mit Männern haben, weiter ausbreitet.
Übertragungswege und Impfempfehlung
Eine Ansteckung erfolgt vor allem bei Kontakt mit den typischen Hautveränderungen wie Bläschen oder Schorf von Infizierten. Auch eine Tröpfcheninfektion über Speichel ist möglich. Bestimmten Personengruppen in Deutschland wird eine Impfung gegen Mpox empfohlen. Dazu zählen unter anderem Männer, die Sex mit Männern haben und häufig den Partner wechseln, sowie Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter. Für eine Grundimmunisierung sind zwei Dosen des Impfstoffs erforderlich.
Pride-Saison: Aufklärungskampagne in Apps und sozialen Medien
Angesichts der laufenden Pride-Saison informiert das Lageso derzeit in Dating-Apps, sozialen Medien sowie auf Postkarten und Postern auf Englisch und Deutsch über die Mpox-Impfung. In einem Instagram-Post heißt es: „Wenn dein Sommer aus CSD-Saison, Clubnacht, Darkroom oder Dating-App und spontanen Begegnungen besteht, dann gehört eine Mpox-Impfung genauso dazu wie dein Outfit für die Nacht.“ Die Behörde appelliert an die Bevölkerung, den Impfschutz zu nutzen, um sich und andere zu schützen.



