Blutdruck zu Hause messen: Kardiologin warnt vor falschen Werten
Blutdruck messen: Kardiologin warnt vor Fehlern

Ein Blutdruck von 168 zu 96. Zehn Minuten später 142 zu 88. Und am Abend plötzlich ein Wert, der Angst macht. Kaum ein Gesundheitsthema verunsichert Menschen im Alltag so sehr wie der eigene Blutdruck. Denn wer zu Hause misst, bekommt zwar schnell Zahlen – aber eben nicht automatisch eine richtige Einordnung und damit oft keine Sicherheit. Genau darin liegt das Problem: Schon kleine Fehler können Werte verfälschen. Manchmal sind zu hohe Werte schlicht das Ergebnis einer schlechten Messroutine.

Warum Heim-Messungen oft unzuverlässig sind

Prof. Dr. Christiane Tiefenbacher, Kardiologin und Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, erklärt in der Serie „Herz-Doc“ der FUNKE Tageszeitungen, warum das Blutdruckmessen zu Hause zwar „auf jeden Fall eine sinnvolle und wichtige Maßnahme“ ist – aber nur, wenn man es richtig macht. „Der Blutdruck ist eine sehr dynamische Größe und passt sich an alle möglichen Phasen des Alltags unterschiedlich an“, betont sie. Heißt im Klartext: Wer falsch misst, sieht oft nicht den tatsächlichen Gesundheitszustand – sondern nur den Stress des Moments. Der hält sich womöglich fälschlicherweise für krank – oder übersieht ein echtes Warnsignal.

Die häufigsten Fehler beim Blutdruckmessen

Viele Menschen messen ihren Blutdruck unter ungeeigneten Bedingungen: nach dem Treppensteigen, während eines Telefonats oder mit übergeschlagenen Beinen. Tiefenbacher rät zu einer standardisierten Routine: fünf Minuten Ruhe vor der Messung, Arm auf Herzhöhe, Manschette richtig angelegt. Auch die Tageszeit spielt eine Rolle – morgens und abends sind die Werte oft unterschiedlich. Wer nur einmal misst, erhält möglicherweise einen Ausreißer. Die Kardiologin empfiehlt, mehrere Messungen durchzuführen und den Durchschnitt zu notieren.

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Welches Messgerät ist geeignet?

Nicht jedes Gerät liefert zuverlässige Ergebnisse. Tiefenbacher empfiehlt Oberarmmessgeräte mit einer validierten Zertifizierung, etwa durch die Deutsche Hochdruckliga. Handgelenkgeräte sind weniger präzise, da sie sehr genau positioniert werden müssen. Auch die Manschettengröße ist entscheidend: Eine zu kleine oder zu große Manschette verfälscht die Werte systematisch. Wer unsicher ist, sollte in der Arztpraxis einmal die eigene Technik überprüfen lassen.

Wann zum Arzt?

Wer regelmäßig Werte über 135/85 mmHg misst, sollte einen Arzt aufsuchen. Aber auch niedrige Werte mit Symptomen wie Schwindel oder Müdigkeit sind abklärungswürdig. Tiefenbacher betont: „Blutdruck ist kein statischer Wert. Erst die Langzeitmessung über 24 Stunden oder mehrere Tage gibt ein verlässliches Bild.“ Die Heim-Messung sei eine wertvolle Ergänzung, aber kein Ersatz für die ärztliche Diagnose.

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