Forscher der Northwestern University Feinberg School of Medicine in Chicago haben einen neuartigen Bluttest entwickelt, der Bauchspeicheldrüsenkrebs deutlich früher und zuverlässiger erkennen kann als bisherige Standardverfahren. Der Test sucht im Blut nach zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA), insbesondere nach einer Mutation im KRAS-Gen, die bei über 90 Prozent der Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankungen vorkommt.
Hochempfindlicher Nachweis von Tumor-DNA
Herkömmliche Tests wie das Next Generation Sequencing (NGS) sind oft nicht empfindlich genug, um die geringen Mengen an ctDNA im Blut nachzuweisen. Der neue Test ist deutlich sensitiver und kann selbst kleinste Spuren von Tumor-Erbgut aufspüren. In einer Studie mit 106 Patienten zwischen 2020 und 2024 erkannte der neue Test vor Behandlungsbeginn bei 65 Prozent der Patienten Tumor-DNA, während das NGS-Verfahren nur bei 17 Prozent anschlug.
Deutlich bessere Ergebnisse nach Therapie
Auch nach einer Chemotherapie zeigte der Test seine Überlegenheit: Bei 60 Prozent der Patienten wies er weiterhin Tumor-DNA nach, das Standardverfahren nur bei fünf Prozent. Nach einer Operation lag die Nachweisrate bei 56 Prozent gegenüber neun Prozent beim NGS. Der empfindlichere Test identifizierte zudem Hochrisikopatienten, die mit herkömmlichen Methoden übersehen worden wären.
Hoffnung für Hochrisikopatienten und Rückfallerkennung
Studienleiter Prof. Akhil Chawla erklärte: „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass gängige Verfahren bei vielen Patienten verbliebene Krebszellen übersehen.“ Der Bluttest biete vor allem die Möglichkeit, Hochrisikopatienten und mögliche Rückfälle früher zu erkennen. Dennoch ersetzt der Test die bisherigen Diagnoseverfahren noch nicht. Ob er sich für eine allgemeine Früherkennung eignet, müssen weitere Studien zeigen.



