Mecklenburg-Vorpommern (MV) hat seine Spitzenposition bei Borreliose-Fällen verloren. Die Inzidenz der durch Zecken übertragenen Erkrankung ist in den letzten fünf Jahren deutlich gesunken, während sie in Nachbarländern wie Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt auf hohem Niveau verharrte. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock mit.
Deutlicher Rückgang der Fallzahlen
Im laufenden Jahr wurden bis zur 27. Kalenderwoche lediglich 55 Borreliose-Fälle registriert. Im Vergleichszeitraum 2025 waren es noch 153 Fälle – ein Rückgang um rund 64 Prozent. Allerdings ist seit dem 7. April 2026 die landesspezifische Meldepflicht für Borreliose in MV entfallen, weshalb die aktuellen Zahlen laut Lagus-Sprecherin keinen verlässlichen Trend abbilden.
Saisonale Schwankungen und historische Daten
Die Borreliose-Fälle unterliegen starken jahreszeitlichen Schwankungen. Die meisten Infektionen treten in den Monaten Juli, August und September auf – zusammen fast die Hälfte aller Jahresfälle (etwa 49 Prozent). In den vergangenen zehn Jahren wurde der Höchstwert 2017 mit 1.089 Fällen erreicht, der Tiefstwert 2023 mit 382 Fällen.
Risiken und Schutzmaßnahmen
Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in Deutschland. Eine Impfung existiert nicht, eine frühzeitige Antibiotikatherapie ist jedoch meist wirksam. Typisches Symptom ist die Wanderröte, eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle. Unbehandelt kann es zu Nerven- oder Gelenkentzündungen kommen. Zum Schutz empfehlen Experten geschlossene Schuhe, lange Hosen, Insektenspray und gründliches Absuchen von Körper und Kleidung nach Aufenthalten in der Natur.



