Der US-Senator Lindsey Graham ist im Alter von 71 Jahren überraschend an einer plötzlichen Erkrankung der Herzgefäße verstorben. Der Republikaner aus South Carolina galt als einer der wichtigsten Berater von US-Präsident Donald Trump in Europa-Fragen und war zuletzt ein enger Vertrauter des Präsidenten.
Grahams letzte Reise in die Ukraine
Erst vor wenigen Tagen hatte Graham die Ukraine besucht und dort Präsident Wolodymyr Selenskyj getroffen. Der Konflikt im Osten Europas trieb den Senator stets um. Er bemühte sich, Trump als Unterstützer der Ukraine und Europas darzustellen, obwohl Trump wiederholt mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin sympathisierte.
Prognose: Putin als größter Verlierer
Erst vor sechs Monaten, beim Weltwirtschaftsforum in Davos, hatte Graham in einem Gespräch mit BILD eine markante Aussage gemacht. Nach einer Rede Trumps, in der dieser Europa mit Schmähungen überzog und den Anspruch auf Grönland bekräftigte, sagte Graham: „Der größte Verlierer dieser Rede und der Zeit der Trump-Regierung wird Putin sein.“ Er interpretierte Trumps Annäherungen an Putin als bewusste Strategie und betonte, dass Trump den Westen stärken wolle.
Grönland und die Nato
Graham verteidigte auch Trumps Anspruch auf Grönland. Er sagte: „Trumps Bedürfnisse in Grönland werden die Nato viel stärker werden lassen.“ Der Senator fügte hinzu, dass Trump zunächst falsch gehandelt habe, indem er militärische Gewalt nicht ausschloss. „Er lag nur zunächst damit falsch, dass er die Anwendung von militärischer Gewalt nicht ausgeschlossen hatte“, so Graham. Er war überzeugt, dass eine Übernahme Grönlands durch die USA Russlands Präsidenten Putin Nachteile bringen würde.
Politische Karriere und plötzlicher Tod
Grahams Tod kommt nur wenige Monate vor den Midterms im November, bei denen er in South Carolina als klarer Favorit für eine fünfte Amtszeit im Senat galt. Seit 2003 saß er im US-Senat. Zuvor war er in der ersten Amtszeit Trumps noch als Kritiker innerhalb der Republikanischen Partei aufgefallen, entwickelte sich jedoch zu einem engen Vertrauten. Sein plötzlicher Tod hinterlässt eine Lücke in der republikanischen Fraktion und wirft Fragen über die Zukunft der US-Außenpolitik gegenüber Europa und Russland auf.



