In Deutschland wird erneut ein an Ebola erkrankter Mensch behandelt. Die Person, ein US-amerikanischer Staatsbürger, hatte sich während eines humanitären Einsatzes in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus infiziert. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums wurde sie in der Nacht nach Frankfurt am Main geflogen und in das Universitätsklinikum gebracht.
Hintergrund des aktuellen Falls
Die US-Gesundheitsbehörde CDC teilte mit, die erkrankte Person sei amerikanischer Staatsbürger und habe im Kongo für eine humanitäre Organisation gearbeitet. Weitere Angaben zur Identität, etwa ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt, wurden zunächst nicht gemacht. Der Transport erfolgte in einem speziell ausgerüsteten Flugzeug, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Behandlung auf der Sonderisolierstation
Nach der Ankunft wurde der Patient unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in die Sonderisolierstation des Universitätsklinikums Frankfurt gebracht. Diese Bereiche sind baulich und organisatorisch vom übrigen Krankenhausbetrieb getrennt. Sicherheitsschleusen, Schutzkleidung und besondere Belüftungssysteme sollen verhindern, dass Ärzte, Pflegekräfte oder andere Patienten mit dem Erreger in Kontakt kommen. Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel oder Erbrochenem übertragen, nicht über die Luft.
Lage im Kongo: Hunderte Todesopfer
In der Demokratischen Republik Kongo bleibt die Lage angespannt. Nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden sind mindestens 1.830 Menschen mit Ebola infiziert, rund 650 starben an den Folgen. Die Eindämmung wird durch bewaffnete Konflikte, schwache staatliche Strukturen und Misstrauen der Bevölkerung gegenüber Helfern erschwert. Der aktuelle Ausbruch wird durch den Bundibugyo-Typ des Ebola-Virus verursacht, für den es laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine gezielte Behandlung gibt. Die medizinische Versorgung konzentriert sich daher auf die Stabilisierung des Kreislaufs und den Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten.
Zweiter Ebola-Fall in Deutschland in diesem Jahr
Bereits im Mai war ein amerikanischer Arzt mit Ebola in die Berliner Charité eingeliefert worden. Sein Zustand war zeitweise lebensbedrohlich, doch nach gut zwei Wochen konnte er das Krankenhaus verlassen. Auch seine Frau und die vier Kinder wurden damals als Hochrisikokontakte in der Charité untergebracht und blieben vorsorglich in Quarantäne, zeigten jedoch keine Symptome.



