Harvard-Studie: Frühstücksklassiker erhöhen Demenzrisiko um 58 Prozent
Frühstücksklassiker erhöhen Demenzrisiko massiv

Harvard-Studie: Ultraverarbeitete Lebensmittel erhöhen Demenzrisiko deutlich

Eine aktuelle Untersuchung der Harvard University hat ergeben, dass der Konsum stark verarbeiteter Lebensmittel das Risiko für Demenz und kognitive Beeinträchtigungen im Alter signifikant steigern kann. Die Studie, die auf Daten von über 5.000 US-Amerikanern basiert, zeigt alarmierende Zusammenhänge auf.

Studiendesign und Methodik

Die Forscher griffen auf die Langzeitstudie „Health and Retirement Study“ zurück, an der 5.370 Teilnehmer im Alter von mindestens 50 Jahren teilnahmen. Zu Beginn der Studie waren alle kognitiv gesund – weder Demenz noch Gedächtnisprobleme waren bekannt. Teilnehmer, die bereits kurz nach Studienstart kognitive Einschränkungen zeigten, wurden aus der Auswertung ausgeschlossen.

Im Jahr 2013 erfassten die Wissenschaftler die Ernährungsgewohnheiten der Teilnehmer mithilfe eines detaillierten Fragebogens. Der Fokus lag auf ultraverarbeiteten Lebensmitteln wie Softdrinks, Süßigkeiten, Fertiggerichten und verarbeitetem Fleisch. Anschließend begleitete das Team die Probanden knapp neun Jahre lang und überprüfte alle zwei Jahre ihre kognitive Leistungsfähigkeit mittels standardisierter Gedächtnis- und Denktests.

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Um mögliche Störfaktoren auszuschließen, berücksichtigten die Forscher eine Vielzahl von Einflussgrößen wie Alter, Geschlecht, Bildung, Einkommen, Rauch- und Alkoholgewohnheiten, körperliche Aktivität sowie Vorerkrankungen. Auf dieser Grundlage verglichen sie die Häufigkeit von Demenz und kognitiven Beeinträchtigungen zwischen Gruppen mit niedrigem und hohem Konsum ultraverarbeiteter Lebensmittel.

Ergebnisse: Bis zu 58 Prozent höheres Demenzrisiko

Im Beobachtungszeitraum entwickelten 266 Teilnehmer eine Demenz, weitere 1.191 zeigten leichte kognitive Beeinträchtigungen. Die Daten offenbarten einen klaren Trend: Diejenigen mit dem höchsten Konsum ultraverarbeiteter Lebensmittel hatten ein um 58 Prozent erhöhtes Demenzrisiko und ein um 46 Prozent höheres Risiko für milde kognitive Einschränkungen im Vergleich zu jenen, die solche Produkte kaum aßen. Zudem zeigte sich ein Dosis-Wirkungs-Zusammenhang: Je größer der Anteil stark verarbeiteter Lebensmittel in der Ernährung, desto höher das Risiko.

Besonders auffällig war der Zusammenhang bei verarbeitetem Fleisch. Regelmäßiger Konsum war mit mehr als doppelt so hohem Demenzrisiko verbunden. Im Gegensatz dazu senkte eine Ernährung mit überwiegend frischen, wenig verarbeiteten Lebensmitteln wie Obst und Gemüse das Demenzrisiko um 41 Prozent.

Einschränkungen der Studie

Die Forscher weisen darauf hin, dass die Studie als Beobachtungsstudie keinen direkten kausalen Zusammenhang beweisen kann, sondern lediglich Korrelationen aufzeigt. Zudem wurden die Ernährungsdaten nur einmalig 2013 per Fragebogen erhoben, was Ungenauigkeiten mit sich bringen kann. Auch Demenz und kognitive Beeinträchtigungen wurden nicht klinisch diagnostiziert, sondern mittels validierter Tests erfasst. Dennoch fügen sich die Ergebnisse in ein wachsendes Bild ein: Zahlreiche frühere Untersuchungen haben ultraverarbeitete Lebensmittel bereits mit Übergewicht, Diabetes und Herzerkrankungen in Verbindung gebracht. Angesichts weltweit steigender Demenzfallzahlen könnten diese Erkenntnisse für die Prävention bedeutsam sein.

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