Happy-Heart-Syndrom: Frau nach Hochzeit mit Brustschmerzen im Krankenhaus
Happy-Heart-Syndrom: Frau nach Hochzeit im Krankenhaus

Eine 65-jährige Frau wurde wenige Tage nach der Hochzeit ihrer Tochter mit starken Brustschmerzen und Atemnot in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Symptome deuteten zunächst auf einen Herzinfarkt hin, doch weitere Untersuchungen ergaben eine überraschende Diagnose: das sogenannte Happy-Heart-Syndrom. Der Fall wurde im Fachjournal „Oxford Medical Case Reports“ veröffentlicht.

Von der Hochzeitsfreude zur Notaufnahme

Die Patientin hatte bereits drei Tage lang Beschwerden, bevor sie in die Klinik kam. Ein EKG zeigte auffällige Veränderungen, und ein wichtiger Herzwert war erhöht. Daraufhin wurde sie sofort in ein spezialisiertes Krankenhaus überwiesen. Dort untersuchten die Ärzte ihre Herzkranzgefäße und fanden weder eine Verengung noch einen Verschluss – was bei einem klassischen Herzinfarkt typisch gewesen wäre.

Stattdessen zeigten weitere Untersuchungen, dass das Herz der Frau plötzlich deutlich schwächer arbeitete. Besonders betroffen war die linke Herzkammer: Ihre Pumpleistung war von 58 auf nur noch 35 Prozent gesunken. Gleichzeitig zog sich die Herzspitze kaum noch zusammen – ein bekanntes Muster des Takotsubo-Syndroms. Ein MRT bestätigte die Diagnose.

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Was ist das Takotsubo-Syndrom?

Beim Takotsubo-Syndrom lösen körperlicher Stress oder starke Gefühle Symptome aus, die einem Herzinfarkt ähneln. Typisch ist, dass negative Emotionen vorausgehen, weshalb das Syndrom auch „Broken-Heart-Syndrom“ genannt wird. Da die Beschwerden der Patientin kurz nach einem besonders glücklichen Ereignis auftraten, ordneten die Ärzte den Fall als seltenes „Happy-Heart-Syndrom“ ein. Die Fallstudie kann jedoch nicht beweisen, dass die Freude über die Hochzeit tatsächlich der Auslöser war.

Behandlung und Genesung

Nach der Behandlung mit Medikamenten für Herz und Kreislauf besserte sich der Zustand der Patientin deutlich. Sie konnte ihren Alltag ohne Einschränkungen wieder aufnehmen. Das Takotsubo-Syndrom ist selten: Nur ein bis zwei Prozent der vermeintlichen Herzinfarkte entpuppen sich als Takotsubo-Syndrom. Und nur rund 4,1 Prozent der durch Emotionen ausgelösten Takotsubo-Syndrom-Fälle folgen auf besonders glückliche Ereignisse.

Dieser Fall zeigt, dass nicht nur negative, sondern auch positive Emotionen extreme körperliche Reaktionen hervorrufen können. Ärzte sollten daher bei Patienten mit herzinfarktähnlichen Symptomen und vorausgegangenen emotionalen Ereignissen auch an das Happy-Heart-Syndrom denken.

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