Dr. med. Susanne Steinkraus (51), Fachärztin für Dermatologie, Ästhetik und Lasermedizin in München, setzt auf eine einfache, aber wirkungsvolle Hautpflege-Routine. In einem Interview erklärt sie, welche Produkte die Haut wirklich braucht und worauf man verzichten kann.
Die persönliche Routine der Expertin
Dr. Steinkraus empfiehlt eine dreistufige Basisroutine: Reinigung, Feuchtigkeitspflege und Sonnenschutz. „Morgens reinige ich die Haut mit einem milden Reinigungsschaum, trage eine leichte Feuchtigkeitscreme auf und anschließend einen Sonnenschutz mit LSF 50 auf“, so die Hautärztin. Abends setzt sie auf eine doppelte Reinigung: Zuerst ein ölhaltiger Reiniger, um Make-up und Sonnencreme zu entfernen, dann ein wasserbasierter Reiniger.
Für die Nacht verwendet sie eine reichhaltigere Creme mit Inhaltsstoffen wie Retinol oder Peptiden, die die Hautregeneration unterstützen. „Retinol ist der Goldstandard in der Anti-Aging-Pflege, aber es sollte langsam eingeführt werden, um Irritationen zu vermeiden“, betont Dr. Steinkraus.
Sommerpflege: Was die Haut jetzt braucht
Im Sommer ist Sonnenschutz das A und O. „UV-Strahlen sind der Hauptgrund für vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs“, warnt die Dermatologin. Sie rät zu einem Breitband-Sonnenschutz mit LSF 50, der alle zwei Stunden erneut aufgetragen werden sollte. Zudem empfiehlt sie, auf leichte, nicht komedogene Feuchtigkeitscremes umzusteigen, die die Poren nicht verstopfen.
„Viele vergessen, dass die Haut im Sommer auch Feuchtigkeit braucht, weil sie durch Hitze und Klimaanlagen austrocknet“, erklärt Dr. Steinkraus. Sie rät zu Seren mit Hyaluronsäure, die die Haut mit Feuchtigkeit versorgen, ohne zu beschweren.
Anti-Aging: Der Gamechanger
Der wichtigste Anti-Aging-Tipp der Expertin: „Fangen Sie früh mit Sonnenschutz an. Das ist der effektivste Schutz vor Falten und Pigmentflecken.“ Zusätzlich empfiehlt sie Antioxidantien wie Vitamin C, die freie Radikale neutralisieren und die Kollagenproduktion anregen. „Vitamin C am Morgen unter dem Sonnenschutz ist eine perfekte Kombination“, so Dr. Steinkraus.
Für die Nacht setzt sie auf Retinoide, die die Zellerneuerung beschleunigen. „Retinol ist wissenschaftlich am besten belegt, aber auch Bakuchiol, ein pflanzlicher Wirkstoff, kann eine gute Alternative für empfindliche Haut sein“, fügt sie hinzu.
Was man sich sparen kann
Nicht jedes Produkt ist notwendig. Dr. Steinkraus rät von übermäßig vielen Schritten ab: „Eine 10-Schritte-Routine ist oft kontraproduktiv und kann die Haut reizen.“ Sie empfiehlt, auf teure Seren und Masken zu verzichten, wenn die Basisroutine stimmt. „Weniger ist mehr – solange die Grundlagen wie Reinigung, Feuchtigkeit und Sonnenschutz gegeben sind.“
Zudem warnt sie vor Produkten mit vielen Duftstoffen oder Alkohol, die die Hautbarriere schädigen können. „Lieber auf milde, parfümfreie Produkte setzen“, rät die Dermatologin.
Individuelle Anpassung an den Hauttyp
Die Routine sollte auf den Hauttyp abgestimmt sein. Bei trockener Haut empfiehlt Dr. Steinkraus reichhaltigere Cremes mit Ceramiden, bei fettiger Haut leichte Gele oder ölfreie Produkte. „Mischhaut benötigt oft eine Kombination: leichtere Produkte in der T-Zone und reichhaltigere an den Wangen“, erklärt sie.
Empfindliche Haut sollte besonders vorsichtig sein: „Hier sind Produkte mit beruhigenden Inhaltsstoffen wie Panthenol oder Niacinamid ideal.“ Ein Patch-Test vor der Anwendung neuer Produkte sei empfehlenswert.
Dr. Steinkraus fasst zusammen: „Eine gute Hautpflege muss nicht kompliziert sein. Mit der richtigen Basisroutine und konsequentem Sonnenschutz legt man den Grundstein für gesunde, jugendliche Haut.“



