Ältere und pflegebedürftige Menschen sind bei Hitzewellen besonders gefährdet, da sie weniger schwitzen und ein vermindertes Durstgefühl haben. Das Risiko für Dehydration und Überhitzung steigt, wie das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) auf dem Portal „Klima Mensch Gesundheit“ erklärt. Angehörige können mit einfachen Maßnahmen helfen.
Körper abkühlen mit Wasseranwendungen
Wasser entzieht dem Körper Wärme und kühlt beim Verdunsten auf der Haut. Kühle, feuchte Umschläge auf Armen, Beinen, Stirn oder Nacken sind laut BIÖG empfehlenswert. Auch lauwarme Fußbäder oder Duschen helfen. Ein Wasserspray mit Wasser in einer wiederverwendbaren Sprühflasche kann die Haut nach Bedarf benetzen. Für die Nacht eignet sich eine mit kaltem Wasser gefüllte Wärmflasche. Kühlakkus auf nackter Haut sollten vermieden werden, da sie Erfrierungen verursachen können.
Wohnung oder Zimmer kühl halten
Morgens und abends, wenn es kühler ist, sollte gelüftet werden. Tagsüber verschatten Rollos oder Jalousien die Fenster. Ein Ventilator sorgt für Luftbewegung, aber bei Raumtemperaturen über 35 Grad kann die warme Luft die Haut nicht mehr kühlen und sogar zu Überhitzung führen, warnt das BIÖG.
Kleidung und Bettzeug luftig wählen
Baumwolle und Leinen lassen Luft durch und sind ideal für heiße Tage. Auch die Bettwäsche sollte aus leichten, atmungsaktiven Stoffen sein. Die Bettdecke kann durch ein Laken ersetzt werden. Bei nächtlichem Schwitzen empfiehlt das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) ein Frotteehandtuch auf dem Kopfkissen. Folienbeschichtete Bettunterlagen oder Inkontinenzhosen sollten vermieden werden, da sie einen Wärmestau begünstigen. Netzhosen mit Einlage sind eine hitzetaugliche Alternative.
Zum Trinken anregen
Da ältere Menschen oft kein Durstgefühl haben, ist regelmäßiges Erinnern wichtig. Angehörige können die Tages-Trinkmenge morgens bereitstellen oder Erinnerungen auf dem Smartphone einrichten. Bei Hitze sollten zwei bis drei Liter Flüssigkeit aufgenommen werden, sofern keine Herz- oder Nierenerkrankungen dagegensprechen. Geeignet sind Wasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees sowie dünne Saftschorlen – kühl, aber nicht eiskalt.
Arzneimittel checken lassen
Einige Medikamente wie Blutdrucksenker mit entwässernder Wirkung können bei Hitze ein Risiko darstellen. Pflegebedürftige und Angehörige sollten mit dem Arzt besprechen, ob die Dosis während Hitzewellen angepasst werden muss.
Warnzeichen für Hitzschlag kennen
Verwirrtheit, Nichtansprechbarkeit, schneller Atem oder Kreislaufprobleme können auf Überhitzung hinweisen. Das ZQP rät, sofort den Notruf 112 zu wählen, wenn solche Symptome auftreten.



