Irrtum 1: Mittagshitze ist am schlimmsten
Viele glauben, dass die Mittagsstunden die heißesten des Tages sind. Doch Wetterexperten widersprechen: Die Höchsttemperaturen werden im Hochsommer meist zwischen 17 und 18 Uhr erreicht. Mittags sei es dagegen fünf bis zehn Grad kühler. Jörg Kachelmann erklärte in einem Blogbeitrag, dass der Sonnenhöchststand in Mitteleuropa am frühen Nachmittag liegt und die Sonne den Boden auch danach weiter aufheizt. Zudem erwärmt sich die Luft immer vom Boden aus.
Irrtum 2: So viel trinken wie möglich
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag, idealerweise ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees oder Saftschorlen. Bei großer Hitze kann ein halber Liter Wasser pro Stunde zusätzlich nötig sein. Das Deutsche Rote Kreuz rät, mindestens einen Liter mehr als sonst zu trinken. Übertriebenes Trinken ohne Elektrolyte kann jedoch zu einer Wasservergiftung führen.
Irrtum 3: Eiskalt duschen
Eine eiskalte Dusche scheint verlockend, ist aber kontraproduktiv. Das kalte Wasser verengt die Blutgefäße, der Körper speichert Wärme, der Blutdruck steigt – und man schwitzt danach umso mehr. Besser ist lauwarmes Duschen, das den Körper langsam abkühlt.
Irrtum 4: Alkohol ist tabu
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung warnt, dass Alkohol bei Hitze schneller und intensiver wirkt und zu Kreislaufproblemen führen kann. In Maßen ist er jedoch erlaubt. Ernährungsexperte Michael Pagelsdorf empfiehlt, pro halbem Liter Radler einen halben Liter Wasser zu trinken oder Wein als Schorle. Männer sollten nicht mehr als 0,3 Liter Wein trinken, Frauen 0,2 Liter.
Irrtum 5: Zugluft verursacht Erkrankungen
Zugluft verursacht weder Schnupfen noch Grippe. Professor Ulrich Böhling von der Schlosspark Klinik Berlin erklärt, dass ein dauerhafter Luftstrom auf feuchter Haut zu Verdunstungskälte führen kann, was Muskelverspannungen im Nacken- und Halsbereich auslöst – einen sogenannten steifen Nacken. Eine massive Gesundheitsgefahr besteht nicht.
Weitere Hitze-Fragen und Antworten
Hitze entsteht durch Sonneneinstrahlung und hohe Umgebungstemperaturen. Übermäßige Hitze kann zu Hitzeerschöpfung, Hitzschlag, Dehydration, Sonnenbrand und Hitzekrämpfen führen. Risikogruppen sind ältere Menschen, Säuglinge, chronisch Kranke, Schwangere und Personen, die bestimmte Medikamente einnehmen. Schützen kann man sich mit leichter Kleidung, Schatten, ausreichend Wasser und Vermeidung von anstrengender Aktivität.



