Wenn die Temperaturen auf über 30 Grad steigen, greifen viele automatisch zu kalten Getränken. Ausreichendes Trinken ist während einer Hitzewelle besonders wichtig. Doch nach Einschätzung von Fachleuten kommt es nicht nur auf die Menge an – sondern auch darauf, was im Glas landet. Denn einige beliebte Getränke können dem Körper bei großer Hitze zusätzliche Probleme bereiten.
Warum der Körper bei Hitze mehr Flüssigkeit braucht
An heißen Tagen verliert der Mensch deutlich mehr Wasser als üblich – vor allem über das Schwitzen. Fachleute empfehlen daher, die tägliche Trinkmenge spürbar zu erhöhen. Oft ist von mindestens drei Litern pro Tag die Rede, bei körperlicher Anstrengung oder Sport kann der Bedarf noch deutlich höher liegen. Wird der Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen, droht eine Dehydrierung. Erste Warnzeichen sind häufig Durst, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Schwindel. Auch ein trockener Mund oder Schwächegefühle können darauf hinweisen, dass dem Körper Wasser fehlt.
Kaffee und Tee: Nicht immer die beste Wahl
Viele Menschen greifen gerade bei Müdigkeit oder Hitze zu Eiskaffee oder kaltem Tee. Doch genau diese Getränke können problematisch werden. Kaffee und bestimmte Teesorten wirken harntreibend. Fachleute sprechen von einer sogenannten diuretischen Wirkung. Der Körper scheidet dadurch mehr Flüssigkeit aus. Besonders Koffein spielt dabei eine wichtige Rolle. Eine Studie der Mayo Klinik weist allerdings darauf hin, dass die Flüssigkeit in koffeinhaltigen Getränken den entwässernden Effekt bei moderatem Konsum teilweise ausgleichen kann. Entscheidend sei vor allem, wie empfindlich jemand auf Koffein reagiert und wie regelmäßig solche Getränke konsumiert werden. Wer ohnehin wenig trinkt oder empfindlich auf Koffein reagiert, könnte bei großer Hitze schneller austrocknen. Auch manche Kräutertees gelten als problematisch. Laut Expertinnen und Experten besitzen unter anderem Ingwer, Hibiskus, Wacholder oder Löwenzahn harntreibende Eigenschaften.
Energy Drinks enthalten oft besonders viel Koffein
Noch kritischer sehen Fachleute viele Energy Drinks. Sie enthalten teilweise deutlich mehr Koffein als Kaffee oder Cola. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass eine typische 250-Milliliter-Dose oft rund 80 Milligramm Koffein enthält. Große Dosen mit 500 Millilitern können rechnerisch bereits etwa 160 Milligramm Koffein liefern – deutlich mehr als eine normale Tasse Filterkaffee. Hinzu kommt häufig ein hoher Zuckergehalt. Studien deuten darauf hin, dass stark gezuckerte Getränke den Flüssigkeitsverlust zusätzlich fördern können. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Energy Drinks und klassischen Sportgetränken. Letztere enthalten Elektrolyte, die helfen können, Mineralstoffe auszugleichen, die der Körper beim Schwitzen verliert.
Alkohol kann den Kreislauf zusätzlich belasten
Besonders kritisch wird Alkohol bei hohen Temperaturen gesehen. Ein kaltes Bier oder ein Cocktail mögen zunächst erfrischend wirken, doch Alkohol erhöht die Urinausscheidung und fördert damit ebenfalls den Flüssigkeitsverlust. Hinzu kommt: Alkohol beeinflusst die Temperaturregulation des Körpers. Fachleute warnen deshalb davor, während extremer Hitze größere Mengen Alkohol zu trinken. Vor allem Menschen, die sich längere Zeit draußen aufhalten oder körperlich arbeiten, könnten dadurch schneller Kreislaufprobleme entwickeln.
Diese Warnzeichen sollten ernst genommen werden
Dehydrierung entwickelt sich oft schleichend. Neben Durst zählen trockene Lippen, dunkler Urin, Müdigkeit, Konzentrationsprobleme oder Schwindel zu den typischen Symptomen. Expertinnen und Experten empfehlen daher, nicht erst zu trinken, wenn bereits starker Durst auftritt. Wasser gilt weiterhin als wichtigste Flüssigkeitsquelle bei großer Hitze. Zugleich warnen Fachleute davor, es zu übertreiben. Auch eine übermäßige Wasseraufnahme kann in seltenen Fällen gefährlich werden und zu einer sogenannten Wasservergiftung führen.
Was bei Hitze außerdem hilft
Neben ausreichendem Trinken empfehlen Fachleute, direkte Sonne möglichst zu meiden und körperliche Belastungen in die kühleren Morgen- oder Abendstunden zu verlegen. Klimatisierte Räume oder kühle Duschen können den Körper zusätzlich entlasten. Besonders ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen gelten bei Hitzewellen als gefährdet. Sie sollten auf eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr besonders achten.



