Eine neue japanische Studie legt nahe, dass der tägliche Verzehr von Joghurt in Kombination mit einer gesunden Ernährung und Bewegung das biologische Altern verlangsamen kann. Forscher der Universität Tokio veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachmagazin „Aging“.
Studiendesign und Teilnehmer
An der Untersuchung nahmen 48 übergewichtige Männer in Japan teil. Über einen Zeitraum von zwölf Wochen folgte die Hälfte der Teilnehmer einem strengen Gesundheitsprogramm, während die andere Hälfte ihre gewohnten Lebensgewohnheiten beibehielt. Das Programm umfasste den täglichen Verzehr von 100 Gramm Naturjoghurt, persönliche Ernährungsberatung sowie die Empfehlung, weniger zu essen, auf Naschen zu verzichten und zuckerhaltige Getränke zu meiden.
Bewegung und Messmethoden
Zusätzlich sollten die Teilnehmer an mindestens drei Tagen pro Woche etwa 30 Minuten spazieren gehen oder ein Stepper-Gerät nutzen. Um die Effekte zu messen, entnahmen die Wissenschaftler vor und nach der Studie Blutproben und analysierten die DNA auf chemische Veränderungen, die als Indikatoren für das biologische Alter der Zellen gelten. Hierfür verwendeten sie das Messverfahren DunedinPACE, das die Geschwindigkeit des biologischen Alterns erfasst.
Ergebnisse: Verlangsamung des Alterns
Die Männer, die das Gesundheitsprogramm befolgten, alterten laut den Forschern messbar langsamer als die Kontrollgruppe. Im Durchschnitt verlangsamte sich die Geschwindigkeit ihres biologischen Alterns um etwa 2,2 Prozent. Zudem stellten die Forscher eine deutliche Verbesserung eines DNA-Markers fest, der mit der Nierenfunktion in Verbindung steht.
Einschränkungen der Studie
Da die Untersuchung drei Faktoren gleichzeitig kombinierte – Probiotika, Ernährungsumstellung und Bewegung –, können die beobachteten Effekte keiner einzelnen Maßnahme zugeschrieben werden. Die verlangsamte Alterung scheint vielmehr das Ergebnis des Zusammenspiels aller drei Faktoren zu sein. Auch die geringe Teilnehmerzahl, die kurze Studiendauer und die Tatsache, dass ausschließlich übergewichtige Männer aus einem einzigen Land untersucht wurden, schränken die Aussagekraft der Ergebnisse ein. Weitere Forschung soll nun klären, ob aus diesen kurzfristigen biologischen Veränderungen dauerhafte gesundheitliche Vorteile entstehen.



