Im Streit um die Kosten von Krankenfahrten mit dem Taxi in Mecklenburg-Vorpommern fordern Politiker lagerübergreifend eine schnelle Lösung. Der Konflikt dürfe nicht auf dem Rücken der Patienten ausgetragen werden, hieß es von verschiedenen Parteien.
Bildungsministerin Simone Oldenburg, Spitzenkandidatin der Linken für die Landtagswahl, betonte die Bedeutung zuverlässiger Krankenfahrten, besonders im ländlichen Raum. Sie forderte beide Seiten auf, schnellstmöglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Hintergrund: Die Kassen und der Landesverband für das Taxi- und Mietwagengewerbe hatten am Dienstag mitgeteilt, dass die Verhandlungen gescheitert seien. Ende März läuft die aktuelle Regelung aus. Ab dem 1. April könnten viele Krankenfahrten zur Arztpraxis oder ins Krankenhaus wegfallen.
Der Landestaxiverband verlangt eine bessere Vergütung, da das Geschäft nicht mehr kostendeckend sei. Die Kassen hingegen verweisen auf mehrfache Angebote und Einzelvereinbarungen, die rund die Hälfte der Unternehmen angenommen hätten. Beide Seiten signalisieren weiterhin Gesprächsbereitschaft.
Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg, Krister Hennige, äußerte sich besorgt: Das Geschäftsmodell Taxi sei vor allem im ländlichen Raum bedroht. In den vergangenen 25 Jahren hätten mehr als 500 Taxi- und Mietwagenunternehmer in MV ihr Gewerbe aufgegeben – ein Rückgang von etwa 60 Prozent.
Patienten, die einen Transport benötigen, sollen sich laut Kassenverbänden direkt an ihre gesetzliche Krankenkasse wenden. Ein Großteil der Fahrten, etwa zur Chemotherapie oder Dialyse, lasse sich auf Unternehmen umsteuern, die einen Vertrag geschlossen haben.



