Der australische Krebsforscher Richard Scolyer ist tot. Der 59-jährige Pathologe und Professor aus Sydney erlag am Sonntag im Kreise seiner Familie seinem eigenen Tumor. Scolyer war 2023 mit einem Glioblastom diagnostiziert worden, einer der aggressivsten und tödlichsten Krebsarten. Die Prognose war verheerend – oft bleiben Patienten nur wenige Monate. Doch der Hautkrebs-Experte gab nicht auf.
Experimentelle Behandlung an sich selbst getestet
Gemeinsam mit seiner Kollegin Prof. Georgina Long entwickelte Scolyer einen experimentellen Behandlungsansatz auf Basis moderner Immuntherapien. Noch vor der Operation erhielt er spezielle Medikamente, nach der Tumorentfernung folgten weitere Behandlungen, darunter eine personalisierte Krebsimpfung. Sein eigener Körper wurde zum Forschungsprojekt. Der Versuch sorgte weltweit für Aufsehen – nicht nur wegen der wissenschaftlichen Bedeutung, sondern auch wegen des persönlichen Mutes des Forschers.
Erst Hoffnung, dann Hiobsbotschaft
Die Behandlung zeigte zunächst Wirkung: Ein Jahr nach der Therapie ergab eine MRT-Untersuchung, dass der Tumor nicht zurückgekehrt war. „Ich bin einfach nur begeistert und erfreut … Ich könnte nicht glücklicher sein“, sagte Scolyer damals der BBC. Für seine Leistungen wurde er 2024 gemeinsam mit Long zum „Australier des Jahres“ gekürt. Doch Anfang 2025 kehrte der Tumor zurück. Im März 2026 gab Scolyer auf Facebook bekannt, dass der Krebs weiter fortgeschritten sei: „Nicht gerade der beste Tag meines Lebens.“ Dennoch betonte er: „Ich habe noch einiges vor!“
Abschied und Staatsbegräbnis
Am Sonntag starb Scolyer. In seiner Abschiedsbotschaft an die Landsleute hieß es: „Ihr habt mit mir gelacht, mit mir geweint und mir genau dann Mut und Unterstützung gegeben, als ich sie am meisten brauchte.“ Premierminister Anthony Albanese ordnete ein Staatsbegräbnis für den Forscher an. Die gewonnenen Erkenntnisse aus Scolyers Fall fließen nun in neue Forschungsprojekte ein.



