Legionellen-Ausbruch in Berliner Seniorenheim: Zwei Tote, keine Ermittlungen
Legionellen-Ausbruch in Berlin: Zwei Tote, keine Ermittlungen

Zwei Todesfälle nach Legionellen-Infektion in Berlin-Tegel

In einer Seniorenwohnanlage in Berlin-Tegel sind zwei Menschen an den Folgen einer Legionellen-Infektion gestorben. Das Gesundheitsamt Reinickendorf bestätigte einen Zusammenhang mit den Bakterien. Dennoch hat die Staatsanwaltschaft Berlin bislang keine Ermittlungen zu den Todesfällen eingeleitet, wie ein Behördensprecher mitteilte. Auch bei der Polizei gibt es kein Todesermittlungsverfahren.

Gesundheitsamt sieht eindeutigen Zusammenhang

Amtsarzt Patrick Larscheid erklärte, dass der Tod durch eine Legionellen-bedingte Lungenentzündung meldepflichtig sei. „Der Zusammenhang ist in solchen Fällen evident und sicher“, so Larscheid. Die Meldepflicht erübrige eine gesonderte Untersuchung durch das Gesundheitsamt. Zuvor hatten der „Tagesspiegel“ und RBB über den Fall berichtet.

Betreiber Berlinovo äußert sich zurückhaltend

Die landeseigene Wohnungsgesellschaft Berlinovo, die das Haus betreibt, teilte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit: „Der Berlinovo liegen Stand heute keine Erkenntnisse vor, dass die Todesursachen im direkten Zusammenhang mit den Legionellen stehen.“ Der Legionellen-Befall war aufgefallen, nachdem fünf Bewohner ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Zwei von ihnen starben, drei konnten das Krankenhaus wieder verlassen.

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Bereits früherer Legionellen-Befall im Januar

Nach Angaben von Amtsarzt Larscheid besteht das Legionellen-Problem in der Anlage bereits seit längerem. Bereits im Januar sei das Gesundheitsamt über einen Legionellen-Befund informiert worden. Damals erkrankte ein Bewohner. Die Berlinovo bestätigte, dass es im Februar zu einer Legionellen-Erkrankung bei einer Bewohnerin gekommen sei. „Die Mieterin ist wieder genesen“, so ein Unternehmenssprecher. Die Bewohner seien kurzfristig informiert worden, und das Notfallmanagement habe eine weitere Ausbreitung verhindert.

Meldepflicht und Übertragungswege

Ärzte und Labore sind nach dem Infektionsschutzgesetz verpflichtet, durch Legionellen verursachte Erkrankungen und Todesfälle den Gesundheitsämtern zu melden. Legionellen sind Bakterien, die über zerstäubtes Wasser in die Luft gelangen und eingeatmet werden können – etwa beim Duschen, über Luftbefeuchter oder Wasserhähne. Sie können grippeähnliche Symptome bis hin zu schweren Lungenentzündungen auslösen. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Herz- oder Lungenleiden sowie ältere Menschen.

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